Bislang galt in der Europäischen Union eine zeitlich begrenzte Genehmigung von maximal 15 Jahren, nach deren Ablauf die Substanzen erneut bewertet werden mussten. Ohne erfolgreiche Verlängerung erlosch die Zulassung.<BR /><BR />Dieses System soll nun deutlich vereinfacht werden. Ziel sei es, den bürokratischen Aufwand sowie die Kosten für Unternehmen und Hersteller zu senken. Statt regelmäßiger Verlängerungsverfahren sollen Wirkstoffe nur noch dann überprüft oder neu bewertet werden, wenn dafür wissenschaftlich fundierte Gründe vorliegen. Besonders gefährliche Substanzen sollen von der Neuregelung ausdrücklich ausgenommen bleiben.<h3> Weniger Kosten und Bürokratie</h3>Nach Schätzungen der EU-Kommission könnten Unternehmen durch die Reform jährlich rund 428 Millionen Euro einsparen. Auch die öffentlichen Verwaltungen würden entlastet: Hier rechnet Brüssel mit Einsparungen von etwa 660 Millionen Euro pro Jahr. Zudem verspricht sich die Kommission positive Effekte für die Landwirtschaft, da Pflanzenschutzmittel künftig einfacher und verlässlicher verfügbar wären.<BR /><BR />Der Vorschlag reiht sich in eine breitere Initiative ein, mit der Brüssel derzeit zahlreiche Regelwerke entschlacken will, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Neben der geplanten Reform im Pflanzenschutzbereich hat die Kommission zuletzt auch Vereinfachungen bei Umweltprüfungen vorgeschlagen. Zuvor war bereits eine Abschwächung des europäischen Lieferkettengesetzes zum Schutz von Menschenrechten beschlossen worden.<BR /><BR />Über den Vorschlag zu den Pflanzenschutzmitteln müssen nun die EU-Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament beraten.