Donnerstag, 30. November 2017

EU-Mandatare gegen Phosphat-Einsatz bei tiefgefrorenen Kebab

Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments hat sich am Dienstag wegen „schwerer Gesundheitsbedenken“ gegen den Einsatz von Phosphaten bei tiefgefrorenem Kebab-Fleisch ausgesprochen. Damit richten sich die EU-Abgeordneten gegen den Vorschlag der EU-Kommission.

Die „Bild“-Zeitung hatte online berichtet, dem Döner drohe wegen des möglichen Parlaments-Vetos das Aus.
Die „Bild“-Zeitung hatte online berichtet, dem Döner drohe wegen des möglichen Parlaments-Vetos das Aus. - Foto: © shutterstock

Konkret fordert die EU-Kommission die Zulassung von Phosphorsäure, Di- und Tri-Phosphate und Polyphosphate (E 338-452) in tiefgefrorenem Kebab-Fleisch. Derzeit sind laut EU-Recht explizit nur Phosphate für nicht-tiefgefrorenes Fleisch zugelassen. Die Entscheidung über eine Zulassung bei tiefgefrorenem Kebab-Fleisch obliegt den einzelnen EU-Staaten.

Die EU-Abgeordneten begründeten ihre Wahl am Dienstag mit Studien, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Phosphatzusätzen in Lebensmitteln und einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen feststellten. Die Europäische Lebensmittelagentur (EFSA) kam unterdessen zu einem gegenteiligen Schluss, kündigte aber eine neue Studie bis Ende Dezember an.

Außerdem, so argumentierten etwa die Vertreter der sozialdemokratische Fraktion im EU-Parlament (S&D), würden die Konsumenten hinters Licht geführt. Diese könnten sich nicht über den genauen Inhalt des Kebab-Fleisches informieren, da sie als Endkunde das Label des Fleischs nicht lesen könnten.

„Bild“ berichtete über Döner-Aus 

Das gesamte EU-Parlament muss dem Vorschlag noch zustimmen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sich das Plenum gegen die Entscheidung des Ausschusses stellen wird. Die nächste Plenarwoche findet von 11. bis 14. Dezember statt. Blockiert das EU-Parlament den Vorschlag, muss er von der EU-Kommission neu überarbeitet werden.

In Deutschland sind Phosphate derzeit sowohl in tiefgefrorenem als auch in nicht-tiefgefrorenem Döner erlaubt. Dies gilt auch nach der Entscheidung des Umweltausschusses weiter. Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor online berichtet, dem Döner drohe wegen des möglichen Parlaments-Vetos das Aus.

apa

stol