Dienstag, 18. Juni 2019

Euro fällt unter 1,12 Dollar

Die Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Euro belastet. Am Dienstag rutschte der Kurs unter die Marke von 1,12 US-Dollar und wurde am Nachmittag bei 1,1187 Dollar gehandelt.

Der Euro fällt unter die Marke von 1,12 Dollar.
Der Euro fällt unter die Marke von 1,12 Dollar. - Foto: © shutterstock

Am Morgen war noch ein Tageshoch bei 1,1243 Dollar erreicht worden. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1187 (Montag: 1,1234) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8939 (0,8902) Euro.
Eine Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi setzte am Vormittag die Zinsen für Staatsanleihen der Eurozone stark unter Druck und sorgte auch beim Euro für Kursverluste.

Lockerung der Geldpolitik 

Sollte sich der Wirtschaftsausblick nicht verbessern und die Inflation im Euroraum nicht anziehen, werde eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik erforderlich sein, sagte Draghi bei der Notenbankkonferenz der EZB im portugiesischen Sintra.
„Wir werden alle Flexibilität innerhalb unseres Mandats nutzen, um unseren Auftrag zu erfüllen“, versicherte der Notenbankpräsident. „In den kommenden Wochen wird der EZB-Rat überlegen, wie unsere Instrumente entsprechend der Schwere des Risikos für die Preisstabilität angepasst werden können“, hieß es weiter.

Senkung des Einlagezinses erwartet 

„Nach den Äußerungen Draghis erwarten wir, dass die EZB vermutlich schon auf ihrer nächsten Sitzung am 25. Juli eine Senkung des Einlagezinses von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent beschließt“, kommentierte EZB-Fachmann Michael Schubert von der Commerzbank. Der negative Einlagezins ist eine Art Gebühr für Geld, dass Geschäftsbanken bei der EZB parken.
Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89403 (0,89208) britische Pfund, 121,08 (122,06) japanische Yen und 1,1175 (1,1214) Schweizer Franken fest. Die Feinunze (31,1 Gramm) Gold wurde in London am Nachmittag mit 1345 Dollar gehandelt. Das waren etwa fünf Dollar mehr als am Vortag. 

dpa

stol