Sonntag, 29. Mai 2016

Europäische Bauern können auf weitere EU-Hilfen hoffen

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hat den unter einem Preiseinbruch leidenden Milchbauern in Europa weitere Hilfen in Aussicht gestellt.

„Die Kommission hat sämtliche ihr zur Verfügung stehenden gesetzlichen Mittel ... genutzt und wird auch künftig alles tun, um den europäischen Bauern unter die Arme zu greifen“, sagte der Ire dem deutschen „Tagesspiegel“ laut Vorabbericht vom Sonntag.

In diesem Jahr habe die EU bereits 218.000 Tonnen Magermilch zu Festpreisen aufgekauft. Er werde vorschlagen, die Obergrenze für den Ankauf von Erzeugnissen zu Festpreisen auf 350.000 Tonnen anzuheben. Im vergangenen Jahr habe es Stützungsmaßnahmen für rund 2,8 Millionen Tonnen Milch, Butter und Käse gegeben. Das habe ganz erheblich dazu beigetragen, dass die Milchpreise nicht noch weiter gefallen seien.

Am Montag berät der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) mit Vertretern der Bauern und der Milchindustrie und des Handels auf einem sogenannten Milchgipfel in Berlin über Maßnahmen zum Stopp des Preisverfalls bei dem Nahrungsmittel.

Derzeit erhalten die Landwirte nur noch etwa 20 Cent pro Liter, was die Kosten bei weitem nicht deckt. Schmidt hat bereits Direkthilfen für die deutschen Milchbauern von bis zu 100 Mio. Euro ins Gespräch gebracht.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) verlangt eine wesentlich umfangreichere Unterstützung für die über deutschen 77.000 Milchviehhalter.

Verbandspräsident Joachim Rukwied brachte in der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe) einen Soli von 2 Cent auf alle Milchprodukte ins Gespräch. Zudem forderte er neue verbindliche Absprachen zwischen Bauern, Molkereien und dem Handel. Teilmengen müssten preislich abgesichert werden können, damit die Landwirte planen könnten.

apa/reuters

stol