Dienstag, 25. Februar 2020

Europäische Konzerne investieren 120 Milliarden in CO2-Reduzierung

Knapp 900 Börsenunternehmen aus Europa haben im vergangenen Jahr zusammen 124 Milliarden Euro in die Verringerung ihrer CO2-Emissionen gesteckt oder entsprechende Investitionen angekündigt.

Viele Unternehmen investierten kräftig.
Viele Unternehmen investierten kräftig. - Foto: © APA (dpa) / Julian Stratenschulte
59 Milliarden davon seien in CO2-arme Technologien gegangen, 65 Milliarden in Forschung und Entwicklung, teilte die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) am Dienstag in Paris mit.

CDP sammelt Daten zu Emissionen und Klimastrategien von Unternehmen. Um das EU-Klimaziel zur Emissionsfreiheit bis 2050 zu erreichen, müssten die Unternehmen ihren Investitionsaufwand in CO2-arme Technologien aber von 12 auf 25 Prozent mehr als verdoppeln, erklärte die Organisation. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die europäischen Neuinvestitionen um fast ein Drittel, was laut CDP vor allem mit größeren Einmal-Investitionen im Jahr 2018 zusammenhängt.

Rund 9 Zehntel der gemeldeten Investitionen werden in den Sektoren Transport, Energie und Rohstoffe - also etwa für erneuerbare Energien oder Elektro-Fahrzeuge - getätigt, wie aus dem Bericht der unabhängigen Organisation hervorgeht. Er umfasst Daten von 882 europäischen Unternehmen, deren Emissionen nach CDP-Angaben 3 Viertel der gesamten EU-Emissionen entsprechen.

Die gemeldeten Investitionen von 69 deutschen Unternehmen betrugen demnach 44,4 Milliarden Euro - ein Anteil von rund 36 Prozent. Platz zwei und drei unter den europäischen Ländern nehmen Spanien (37,9 Milliarden Euro) und Italien (24,3 Milliarden Euro) ein. Konzerne aus Großbritannien - dem Land, in dem im November die diesjährige Weltklimakonferenz stattfinden soll - kommen in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht hinter Frankreich (6,0 Mrd) und Dänemark (4,5 Mrd) mit Investitionen von 4,0 Milliarden nur auf Rang 6. Das hängt zum Teil damit zusammen, dass in Großbritannien mehr Firmen aus dem Dienstleistungssektor mit geringeren Emissionen ansässig sind als etwa in Deutschland. Die 6 Länder kommen auf 99 Prozent der gemeldeten Investitionen, alle anderen EU-Länder zusammen, darunter auch Österreich, auf unter 1 Prozent.

„Dieser Bericht zeigt, dass einige die Umstellung ernstnehmen“, erklärte der geschäftsführende CDP-Europadirektor Steven Tebbe. Die für 2019 gemeldeten Investitionen in die Emissionsverringerung führten vermutlich dazu, dass langfristig 2,4 Gigatonnen CO2-Äquivalente eingespart werden könnten - das entspreche dem jährlichen Ausstoß von Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Polen zusammen. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die europäischen Neuinvestitionen indes um fast ein Drittel, was laut CDP vor allem mit größeren Einmal-Investitionen 2018 zusammenhängt.


apa