Mussari, der vor zwei Wochen als Präsident der Bankenvereinigung ABI zurückgetreten war, erklärte sich bereit, auf die Fragen der Staatsanwälte zu antworten, forderte jedoch eine Verschiebung der Befragung, da einer seiner Anwälte am Montag am Treffen mit den Ermittlern nicht anwesend sein konnte, erklärte Mussari.Die Staatsanwälte in Siena ermitteln nach Medienangaben gegen elf Personen, darunter mehrere Ex-Manager des Geldhauses. Sie sollen in den nächsten Tagen vernommen werden. Die Ermittler gehen dem Vorwurf von Korruption und Betrug nach.Ex-Manager Rizzo vernommenAm Montag wurde auch der Ex-Manager der Dresdner Bank, Antonio Rizzo, vernommen, der eine wichtige Rolle in der Affäre um illegale Derivatengeschäfte gespielt haben soll. Monte Paschi hat durch komplexe Derivatengeschäfte Verluste von etwa 720 Mio. Euro angehäuft. Die Staatsanwaltschaft von Siena ermittelt gegen das gesamte ehemalige Management der Bank unter der Leitung des ehemaligen Präsidenten Mussari. Die Untersuchungen würden jedoch nicht das jetzige Management mit Präsidenten Alessandro Profumo betreffen, berichteten italienische Medien.Die Ermittler wollen auch feststellen, ob beim Kauf der Regionalbank Antonveneta Schmiergelder geflossen seien. Die MPS hatte das Institut für 9 Mrd. Euro von der spanischen Bank Santander gekauft. Diese hatte Antonveneta erst kurz davor um lediglich 6,6 Mrd. Euro erworben. Die Staatsanwälte wollen nun herausfinden, warum in wenigen Monaten der Preis derart in die Höhe steigen konnte. Hinzu kommen weitere acht Mrd. Euro Schulden Antonvenetas, die das Geldhaus aus Siena übernommen hatte.APA