Mittwoch, 14. September 2016

Ex-Manager der Bank of America übernimmt italienische Krisenbank MPS

Der ehemalige Italien-Chef der Bank of America soll die angeschlagene Krisenbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) in bessere Zeiten führen. Marco Morelli werde zum 20. September die Position des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, hat das italienische Finanzinstitut am Mittwochabend mitgeteilt.

Die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena bekommt einen neuen Chef.
Die italienische Bank Monte dei Paschi di Siena bekommt einen neuen Chef. - Foto: © LaPresse

Der Schritt war von Experten erwartet worden, nachdem der bisherige Bankchef Fabrizio Viola in der vergangenen Woche seinem Rücktritt zugestimmt hatte.
Den ebenfalls am Mittwoch angekündigten Rückzug des bisherigen Verwaltungsratsvorsitzenden Massimo Tononi hatten Beobachter hingegen nicht erwartet. Er will seinen Posten nach dem Zusammentreffen der Aktionäre räumen, auf welchem über die Kapitalerhöhungspläne von MPS entschieden wird.

Mit der Ankündigung von Ende Juli, mehr als der Hälfte ihrer faulen Kredite verkaufen zu wollen, hatte die angeschlagene italienische Bank bereits einen großen Schritt aus der Krise gemacht. Der vorgestellte Rettungsplan sieht zudem eine Kapitalerhöhung in Höhe von fünf Milliarden Euro vor. Beide Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Die Kapitalerhöhung wird nach MPS-Angaben von einem Konsortium aus nationalen und internationalen Banken getragen, darunter auch die Deutsche Bank.

MPS leidet besonders stark unter einem Berg fauler Kredite. Die 1472 gegründete Bank gilt als älteste Bank der Welt. Doch seit der Finanzkrise hat sie sich nicht wirklich erholt – trotz mehrerer Kapitalerhöhungen und zweier Rettungsaktionen durch den Staat.

dpa

stol