Mittwoch, 18. Dezember 2019

Expertin: „Der Druck in der Landwirtschaft ist enorm“

Die UNO hat 2020 zum Internationalen Jahr der Pflanzengesundheit erklärt und will dadurch das Bewusstsein für die hohen Verluste bei Kulturpflanzen durch Krankheiten und Schädlinge schärfen. „Pflanzengesundheit ist keine Selbstverständlichkeit“, betont auch Siegrid Steinkellner, Leiterin des Instituts für Pflanzenschutz der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien, im aktuellen „WIKU“.

2020 ist das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit. Eine UN-Initiative soll das Bewusstsein für Bedrohungen schärfen und die Ausbreitung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten verhindern. Im Bild: Feuerbrand auf einem Birnbaum.
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2020 ist das Internationale Jahr der Pflanzengesundheit. Eine UN-Initiative soll das Bewusstsein für Bedrohungen schärfen und die Ausbreitung von Pflanzenschädlingen und -krankheiten verhindern. Im Bild: Feuerbrand auf einem Birnbaum. - Foto: © APA / ULRIKE PERSEN
Pflanzenschutzmittel sind zunehmend umstritten. Auch in Südtirol gibt es immer wieder Diskussionen. Die gesellschaftliche Akzeptanz dieser Mittel bezeichnet Siegrid Steinkellner daher als „eine der größten Herausforderungen für die Praxis“.

Die Expertin weist daraufhin, dass Supermarktregale heute voll mit gesunden, qualitativ hochwertigen, regionalen pflanzlichen Produkten seien. „Und dahinter steckt einerseits ein komplexes Zusammenspiel von Maßnahmen der Pflanzenzüchtung, des Pflanzenbaus und des Pflanzenschutzes zur Gesunderhaltung der Kulturpflanzen und andererseits die Tatsache, dass krankes bzw. von Schädlingen befallenes Erntegut erst gar nicht in den Handel kommt.“

Der Druck in der Landwirtschaft sei daher enorm. „Es gibt so gut wie keine Kulturpflanze, die nicht von Krankheiten und Schädlingen befallen werden kann“, weiß die Expertin.


gam