Mittwoch, 13. Dezember 2017

Explosion in Gasstation entfacht in Italien Debatte über Pipeline TAP

Die Explosion in der Gasstation von Gas Connect in Baumgarten in Niederösterreich hat in Italien eine heftige Debatte über die Sicherheit von Gas- und Ölpipelines entfacht. Umweltaktivisten und der Movimento Cinque Stelle fordern mehr Investitionen in grüne Energien, um Italiens Abhängigkeit von Gasimporten aus dem Ausland zu verringern.

Die TAP-Pipeline gilt als ein Schlüsselprojekt für Europas Gasversorgung.
Die TAP-Pipeline gilt als ein Schlüsselprojekt für Europas Gasversorgung. - Foto: © shutterstock

Wind in den Segeln durch den Unfall in Baumgarten haben nun die vielen Gegner der Trans Adriatic Pipeline (TAP). Diese soll über eine Strecke von rund 880 Kilometern Gas von Aserbaidschan und der türkischen Grenze via Griechenland und Albanien durch die Adria nach Italien importieren. Angeführt wird der Protest gegen die TAP von Umweltaktivisten und vom Präsidenten Apuliens, Michele Emiliano. An Emilianos Seite stellten sich mehrere apulische Bürgermeister, die das Komitee „No TAP“ gegründet haben.

„Der Unfall in Baumgarten bezeugt, dass die Sorgen der Region Apulien über die Sicherheit dieser großen Gasinfrastruktureinrichtungen nicht unbegründet ist“, sagte Emiliano. Er will bei der Staatsanwaltschaft eine Klage gegen die Bohrungen einreichen. Sein Ziel ist es, das Projekt zu stoppen.

Protest von Umeltaktivisten und Landwirten

Umweltaktivisten behaupten, dass die Röhre, die ab 2019 Gas nach Europa transportieren soll, unter dem Strand von San Foca in Apulien verlaufen wird. Hier legen Meeresschildkröten ihre Eier ab. Auch die Fischer der Gegend protestieren gegen die im Sommer begonnenen Bohrungen im Meeresboden, die mit dem Projekt verbunden sind.

Jahrhundertealte Olivenbäume mussten in der apulischen Ortschaft Melendugno, wo der italienische Teil der TAP gebaut wird, ausgegraben und anderswohin versetzt werden. Die Gefahr sei jedoch, dass Hunderte von Pflanzen mit einem enormen Wert für die lokale Landwirtschaft zerstört werden, so der Standpunkt der „No TAP“-Aktivisten.

TAP gilt als Schlüsselprojekt

Die Pipeline soll nach ihrer Fertigstellung im Jahr 2020 von Aserbaidschan durch die Türkei, Griechenland und Albanien nach Italien verlaufen und Westeuropa unabhängiger von russischem Erdgas machen. Mit dem Baubeginn eines 550 Kilometer langen Abschnitts einer Gaspipeline in Nordgriechenland wurde bereits im vergangenen Jahr begonnen. Die TAP-Pipeline gilt als ein Schlüsselprojekt für Europas Gasversorgung.

apa

stol