Donnerstag, 30. April 2015

Expo in Mailand startet: Kritik bis zur letzten Minute

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Trotz Bauverzögerungen eröffnet die Expo in Mailand. Italien erhofft sich einen großen Aufschwung. Allerdings sind die Kritiker nicht verstummt.

Foto: © LaPresse

Begleitet von Kritik, Protesten und Bauarbeiten bis zur letzten Minute beginnt an diesem Freitag die Weltausstellung in Mailand. „Wir sind bereit für die Expo, endlich“, erklärte Regierungschef Matteo Renzi kurz vor dem Start. „Es hätte besser gemacht werden können, es hätte woanders gemacht werden können, es hätte früher gemacht werden können: In diesen Stunden höre ich viel Kritik, wie es richtig und gebührend ist. Aber es wird sehr schön sein.“

Die Expo steht unter dem Motto Ernährung und befasst sich mit der Frage, wie in Zukunft alle Menschen genug zu essen und zu trinken haben. Bis Ende Oktober werden 20 Millionen Besucher in der norditalienischen Stadt erwartet, 10 Millionen Tickets sind bereits verkauft.

Mehr als 145 Länder nehmen teil

Mehr als 145 Länder nehmen an der Ausstellung am Stadtrand von Mailand teil. Auch Südtirol ist mit einem Stand vertreten: Das von der öffentlichen Hand für den Südtirol-Stand getragene Gesamtbudget beläuft sich auf circa eine Million Euro, wobei 550.000 Euro auf die Miete entfallen.

Italien erhofft sich von der Ausstellung einen Anstoß für die kriselnde Wirtschaft und einen Imagewechsel. 1,3 Milliarden sollen den Staat allein die Arbeiten auf dem Gelände gekostet haben – nicht eingerechnet die Erneuerungen an Metro, Autobahnen und Straßen.

Zuerst Bestechung, jetzt Proteste

Die Expo wurde im Vorfeld von mehreren Problemen überschattet. Im vergangenen Jahr wurden mehrere Expo-Manager wegen Bestechungsvorwürfen festgenommen. Zudem verzögerten sich ständig die Bauarbeiten.

Plus wuchs die Sorge, dass die Eröffnung von Protesten begleitet werden könnte. Diese Woche hatte die Polizei in Mailand gegen mehrere mutmaßliche Anarchisten ermittelt, darunter auch einige Deutsche. Drei von ihnen wurden am Donnerstag ausgewiesen, die Polizei stellte Sprengkörper, Schlagstöcke und Gasmasken sicher.

Bereits am Donnerstag protestierten Hunderte Expo-Gegner in der Stadt, auch für den Eröffnungstag ist eine Demonstration der „No Expo“-Unterstützer angekündigt. Laut Medienberichten sollen dann 2600 zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz sein.

dpa

stol