Donnerstag, 11. März 2021

Rekord: Südtirol exportierte Ende 2020 so viel wie nie

Wie eine Erhebung des Landesinstitutes für Statistik ASTAT zeigt, haben die Ausfuhren aus Südtirol im 4. Quartal des vergangenen Jahres einen neuen Rekord erreicht. Die Exporte im Hinblick auf das gesamte Jahr 2020 sind im Vergleich zum Vorjahr jedoch gesunken.

Das Ergebnis des 4. Quartals gleicht den tendenziellen Rückgang in den beiden vorherigen Quartalen nur teilweise aus.
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Das Ergebnis des 4. Quartals gleicht den tendenziellen Rückgang in den beiden vorherigen Quartalen nur teilweise aus. - Foto: © shutterstock
Im 4. Quartal 2020 erreichten die Ausfuhren aus Südtirol einen Wert von 1394,4 Millionen Euro und weisen eine tendenzielle Zunahme (+4,6 Prozent) im Vergleich zum Gesamtwert desselben Zeitraumes des Vorjahres (1332,4 Millionen Euro) auf. Dieser Wert stellt einen neuen Rekord für die Exporte aus Südtirol dar.

Die konjunkturelle Entwicklung (also die Veränderung im Vergleich zum 3. Quartal 2020), die von der Saisonalität der Exportflüsse abhängt, verzeichnet ebenfalls einen Anstieg von 10,2 Prozent.

2020 sinken Südtiroler Ausfuhren unter 5 Milliarden Euro

Das Ergebnis des 4. Quartals gleicht den tendenziellen Rückgang in den beiden vorherigen Quartalen, insbesondere den Rückgang von 20,1 Prozent im 2. Quartal, nur teilweise aus. Der Südtiroler Export verzeichnet im Jahr 2020 einen absoluten Wert von 4922,1 Millionen Euro, was einem Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber den 5098,7 Millionen Euro des Vorjahres entspricht. Dadurch sinken die Südtiroler Ausfuhren wieder unter die 5-Milliarden-Euro-Schwelle. Dieser Wert ist stark von der Situation beeinflusst, die durch den Ausbruch der noch andauernden Pandemie entstanden ist.




Die wichtigsten europäischen Zielländer im Jahr 2020 waren Deutschland (33,9 Prozent), Österreich (9,5 Prozent), die Schweiz (5,1 Prozent), Frankreich (4,7 Prozent), Schweden (3,8 Prozent) und Spanien (2,9 Prozent). Außerhalb Europas fließen 8,2 Prozent der Ausfuhren nach Asien und 7,4 Prozent nach Amerika. Etwa 2 Drittel der Ausfuhren nach Amerika werden in die Vereinigten Staaten exportiert. Insgesamt entfallen 4,9 Prozent aller Exporte auf die USA, die somit an vierter Stelle der wichtigsten Ausfuhrmärkte für Südtiroler Waren stehen.

Die Ausfuhren in die 28 EU-Länder machen einen Anteil von 73,5 Prozent des Gesamtergebnisses aus und haben im Vergleich zu 2019 um 2,7 Prozent abgenommen. Betrachtet man die EU-27 nach dem Brexit, sinkt der Wert auf 70,9 Prozent des Gesamtergebnisses, während die prozentuelle Veränderung (-2,7 Prozent) gleich bleibt.

Ausfuhren nach Deutschland und Österreich sinken

Die Ausfuhren nach Deutschland, dem wichtigsten Absatzmarkt für Südtirol, sinken um 2,2 Prozent; Österreich, der zweitwichtigste Markt, verzeichnet dagegen eine deutlichere Abnahme von 15,2 Prozent. Weitet man die Analyse auf die anderen 10 wichtigsten Absatzmärkte aus, betrifft die höchste Steigerung jene für die Tschechische Republik (+20,7 Prozent), gefolgt von Belgien (+20,3 Prozent) und Schweden (+15,3 Prozent).

Am stärksten sanken die Ausfuhren in die Niederlande (-17,4 Prozent), nach Frankreich (-5,6 Prozent) und in das Vereinigte Königreich (-4,1 Prozent). Das Vereinigte Königreich hat am 31. Jänner 2020 seine Mitgliedschaft in der Europäischen Union beendet, wird aber in nachfolgender Tabelle noch zu den EU-Mitgliedsstaaten gezählt, da es vom 1. Februar bis zum 31. Dezember 2020 die Steuer- und Zollbestimmungen der EU angewendet hat (Mehrwertsteuer und Verbrauchsteuern).




In absoluten Zahlen ausgedrückt sind die Zuwächse der Exporte nach Schweden (+24,6 Millionen Euro), in die Tschechische Republik (+17,0 Millionen Euro), nach Belgien (+13,8 Millionen Euro) und Polen (+11,2 Millionen Euro) am höchsten, während Österreich (-83,4 Millionen Euro), Deutschland (-37,8 Millionen Euro), die Niederlande (-23,7 Millionen Euro) und Frankreich (-13,8 Millionen Euro) die größten Rückgänge verzeichnen.

Die Ausfuhren in Nicht-EU-Staaten sinken um 5,4 Prozent unter Berücksichtigung der EU-28 und um 5,3 Prozent unter Berücksichtigung der EU-27 nach dem Brexit. Im Einzelnen beträgt der Rückgang in die nicht-europäischen Länder 8,0 Prozent, mit negativen Ergebnissen für fast alle Kontinente: Die Rückgänge betragen 35,1 Prozent nach Ozeanien (-20,7 Millionen Euro), 17,8 Prozent nach Afrika (-16,6 Millionen Euro) und 14,0 Prozent nach Asien (-66,0 Millionen Euro). Lediglich Amerika (+7,8 Prozent bzw. +26,2 Millionen Euro) widersetzte sich dem Trend.

Hier war der Anstieg der Ausfuhren in die Vereinigten Staaten geringer (jeweils +2,2 Prozent bzw. +5,1 Millionen Euro). Die Ausfuhren in die Europäischen Nicht-EU28-Länder stiegen leicht an (+0,5 Prozent bzw. +2,0 Millionen Euro), wobei eine Zunahme der Ausfuhren in die Schweiz (+1,3 Prozent und +3,3 Millionen Euro) und ein Rückgang nach Russland (-7,1 Prozent und -2,9 Millionen Euro) verzeichnet wurden. Mit Blick auf die Europäischen Nicht-EU-27-Länder nach dem Brexit gab es dagegen einen leichten Rückgang (-0,6 Prozent und -3,5 Millionen Euro).

Export von Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei steigt

Im Jahr 2020 halten die Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (17,9 Prozent) den größten Anteil an den Ausfuhren ins Ausland. Es folgen die Maschinen und Apparate a.n.g (16,6 Prozent), die Grundmetalle und Metallerzeugnisse, ausgenommen Maschinen und Anlagen (12,7 Prozent), die Fahrzeuge (12,7 Prozent) und die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (12,6 Prozent).

Von den 5 Hauptsektoren verzeichnen die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (+12,1 Prozent), die Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (+1,8 Prozent), die Grundmetalle und Metallerzeugnisse, ausgenommen Maschinen und Anlagen (+0,2 Prozent) einen Zuwachs, jedoch sinken die Fahrzeuge (-16,6 Prozent) und die Maschinen und Apparate a.n.g. (-13,8 Prozent).

In den anderen Hauptbereichen verzeichnen Gummi- und Kunststoffwaren, andere Erzeugnisse aus der Verarbeitung von Steinen und Erde (+2,7 Prozent), Elektrische Ausrüstungen (+1,8 Prozent) und Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen (+1,1 Prozent) einen Zuwachs, wobei es die einzigen Rückgänge im Bereich Erzeugnisse des sonstigen verarbeitenden Gewerbes (-13,3 Prozent) und Holzwaren, Papier, Pappe und Waren daraus (-1,1 Prozent) gibt.




Die bedeutendsten absoluten Zunahmen des Auslandsumsatzes gegenüber 2019 verzeichnen die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (+67,1 Millionen Euro), Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (+15,9 Millionen Euro), die Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen (+7,8 Millionen Euro) und die Gummi- und Kunststoffwaren, andere Erzeugnisse aus der Verarbeitung von Steinen und Erden (+5,8 Millionen Euro).

Die bedeutendsten Rückgänge verzeichnen die Sektoren Maschinen und Apparate a.n.g. (-130,9 Millionen Euro), Fahrzeuge (-124,3 Millionen Euro) und die Erzeugnisse des sonstigen verarbeitenden Gewerbes (-25,7 Millionen Euro).

stol

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