Spanien und Italien müssen sich für Hilfe in der Euro-Schuldenkrise eine internationale Kontrolle ihrer Politik gefallen lassen. Zwar beschloss die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ein Programm, um unbegrenzt Staatsanleihen dieser Länder kaufen zu können.Aber EZB-Präsident Mario Draghi, der sich von der Bundesbank und der deutschen Politik harsche Kritik gefallen lassen muss, stellte klar, dass es keinen Automatismus, sondern klare Bedingungen für Hilfe gebe.Die Pläne sorgten für gute Stimmung auf den internationalen Finanzmärkten und beflügelten die europäischen und amerikanischen Aktienmärkte.Zuerst muss Antrag bei Euro-Rettungsfonds EFSF/ESM stellenZentraler Punkt des EZB-Programms ist, dass ein Land einen Hilfsantrag beim Euro-Rettungsfonds EFSF/ESM stellten muss. Die Folge eines solchen Schrittes – wie auch in den früheren Fällen Portugal und Irland – ist, dass eine Regierung ein Sanierungsprogramm auflegen muss und sich Kontrolle durch EZB, EU und gegebenenfalls auch durch den Internationalen Währungsfonds (IWF) gefallen lassen muss.Sowohl Premier Mario Monti als auch sein spanischer Kollege Mariano Rajoy wollten bisher tunlichst verhindern, ihre politische Unabhängigkeit opfern zu müssen und internationale Experten in die Bücher schauen zu lassen.Andererseits haben die Finanzmärkte schon viel Vertrauen in den Sanierungswillen dieser Länder verloren und fordern deshalb vergleichsweise hohe Zinsen für frisches Kapital.Diesen Teufelskreis kann die EZB durchbrechen, wenn sie tatsächlich unbegrenzt Anleihen von Krisenstaaten kauft und gegen die Spekulation hält.Weidmann dagegen – Draghi: „Es gibt keine italienische Verschwörung“Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hält auch nach der EZB-Entscheidung an seiner Ablehnung weiterer Anleihekäufe fest.Das sei ein Vorgehen nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse, erklärte ein Sprecher der Bundesbank in Frankfurt auf Anfrage. Weidmann stimmte als einziger im EZB-Rat gegen das Programm.„Es gibt keine italienische Verschwörung, der EZB-Rat hat die Maßnahmen fast einstimmig beschlossen. Wir sind sicher, dass wir innerhalb unseres Mandats tätig sind“, entgegnete Draghi.dpa