Samstag, 24. Juni 2017

EZB greift durch: Insolvenz für zwei italienische Krisenbanken

Die regionalen Institute Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca werden.nach italienischem Insolvenzrecht abgewickelt.

Die EZB schickt zwei italienische Regionalbanken in die Insolvenz.
Die EZB schickt zwei italienische Regionalbanken in die Insolvenz. - Foto: © APA/AFP

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach wochenlangen Verhandlungen für zwei italienische Krisenbanken keine Zukunft mehr und schickt sie in die Pleite. Die Bedingungen für eine Rettung seien nicht gegeben, teilte die Zentralbank am Freitagabend mit.

Grund sei mangelndes Eigenkapital. Die EZB habe den Banken Zeit für einen Rettungsplan gegeben, sie hätten aber keine „glaubwürdigen Lösungen“ unterbreitet.

Italienische Regierung will Gläubiger schützen

Die europäische Bankenabwicklungsbehörde SRB (Single Resolution Board) habe entschieden, dass die Rettungsbedingungen nicht gegeben seien, hieß es weiter. Die beiden Banken seien nicht überlebensfähig oder wahrscheinlich nicht überlebensfähig (im Fachjargon: „failing or likely to fail“).

Die italienische Regierung werde Maßnahmen ergreifen, um den Bankbetrieb aufrecht zu erhalten und Kontoinhaber und erstrangige Gläubiger zu schützen, teilte das italienische Finanzministerium mit. Am Wochenende werde die Regierung über das Vorgehen beraten.

Aufspaltung per Dekret

Es wird erwartet, dass die „guten“ Geschäftsteile von der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo übernommen werden zum symbolischen Preis von einem Euro. Auf den „schlechten“ Teilen wie faulen Krediten, Rechtsrisiken und Umbaukosten dürfte der Steuerzahler sitzen bleiben.

apa/dpa

stol