Erstmals in der Geschichte der Währungsunion dürften die Notenbanker um EZB-Chef Mario Draghi am nächsten Donnerstag den Leitzins unter 1,0 Prozent senken.Davon geht nach den jüngsten Äußerungen von EZB-Chefökonom Peter Praet die große Mehrheit der geldpolitischen Beobachter aus.Dass der EZB-Rat zudem mit einer Absenkung des Einlagezinses – den die Banken für geparktes Geld bei der EZB bekommen – auf 0 noch weiter geht, liegt im Bereich des Möglichen.Praet hatte noch vor dem Brüsseler Krisengipfel die Katze aus dem Sack gelassen und in einem Interview erklärt: „Es gibt keine Doktrin, dass der Leitzins nicht unter einem Prozent liegen kann.“Deutlicher kann ein Notenbanker nun wirklich nicht mehr werden. Über die Frage, ob der Schlüsselzins für die Versorgung der Banken mit Zentralbankgeld um einen halben Prozentpunkt auf 0,5 Prozent oder nur um 25 Basispunkte auf 0,75 Prozent sinkt, sind sich die Analysten uneins.Die Mehrheit traut dem EZB-Rat aus Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Bundesbank aber nur einen kleinen Zinsschritt zu.apa/dpa