<BR />Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins bleibt bei 2,5 Prozent. Dabei gab es gute Argumente für eine Zinserhöhung. Speziell die teure Energie infolge des Irankriegs rief eigentlich nach einer dritten Zinsanhebung im laufenden Jahr, um die Inflation über teurere Kredite einzudämmen. Doch höhere Zinsen belasten zugleich alle, die investieren wollen. Das kann die Konjunktur bremsen.<h3>Angespannte Lage in Frankreich</h3>Auch die politisch aufgeheizte Lage in Frankreich sprach dafür, dass die EZB sich vorerst alle Optionen offenhalten will. Bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten gab es jüngst schwere Ausschreitungen und Plünderungen. Haushaltspolitisch spitzte sich die Lage in Frankreich ebenfalls zu: Für die zweitgrößte Euro-Volkswirtschaft verteuerte sich die Aufnahme neuer Schulden an den Finanzmärkten zuletzt drastisch.<h3> Lagarde tritt im Februar zurück</h3>Kurz vor Verkündung der Zinsentscheidung hatte die EZB bekanntgegeben, dass EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum 7. Februar 2027 zurücktreten wird. Regulär wäre ihre achtjährige Amtszeit bis Ende Oktober nächsten Jahres gelaufen.<BR /><BR />Die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten sind nun gefordert, die Nachfolge der Französin früher zu regeln. Der Abtritt Lagardes ermöglicht es dem scheidenden französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Kanzler Friedrich Merz (CDU), noch vor der Wahl in Frankreich im April 2027 die Neubesetzung eines der wichtigsten Spitzenposten in Europa zu klären.<h3> Wie wird die Lagarde-Nachfolge bestimmt?</h3>Offiziell ernannt wird der Präsident oder die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) durch die Staats- und Regierungschefs der EU. Sie müssen sich mit qualifizierter Mehrheit auf eine Kandidatin oder einen Kandidaten verständigen, die oder der die Staatsangehörigkeit eines EU-Landes innehat. Für die qualifizierte Mehrheit müssen mindestens 16 der 21 Euro-Länder mit „Ja“ stimmen, die gleichzeitig mindestens 65 Prozent des Euro-Währungsgebiets repräsentieren.<BR /><BR />Als Favoriten für die Lagarde-Nachfolge gelten der frühere niederländische Zentralbankchef Klaas Knot und der Spanier Pablo Hernández de Cos, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) ist.