Donnerstag, 12. April 2018

EZB sorgt sich wegen Handelskonflikten

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist besorgt wegen möglicher Folgen von Handelskonflikten, wie sie derzeit vor allem zwischen den USA und China stattfinden. Im geldpolitischen Rat herrsche eine weitgehende Besorgnis wegen des erhöhten Risikos von Handelskonflikten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll zur jüngsten EZB-Zinssitzung von Anfang März.

Die Europäische Zentralbank ist besorgt wegen möglicher Folgen von Handelskonflikten.
Die Europäische Zentralbank ist besorgt wegen möglicher Folgen von Handelskonflikten. - Foto: © shutterstock

Ähnliche Bedenken finden sich auch in dem am Vorabend veröffentlichten Protokoll zur jüngsten Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Fed.

Die konkreten Auswirkungen von Handelskonflikten hängen nach Einschätzung der EZB vor allem von der Höhe der erhobenen Importzölle und den Gegenmaßnahmen der betroffenen Länder ab. Ferner könnten „negative Vertrauenseffekte“ einsetzen, etwa in Form eines sinkenden Verbraucher- oder Unternehmensvertrauens. Nach wie vor sieht die Notenbank Wachstumsrisiken für die Weltwirtschaft, auch als Folge des geplanten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Inflationsziel noch nicht erreicht 

Wie aus dem EZB-Protokoll zudem hervorgeht, sieht die Notenbank ihr Inflationsziel von knapp unter 2 Prozent in der Eurozone noch nicht erreicht. In der März-Sitzung hatte die Notenbank beschlossen, aus ihrem Statement die Möglichkeit einer Ausweitung ihrer Wertpapierkäufe zu streichen. Dies wurde als erster kleiner Schritt in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik gedeutet. Ökonomen erwarten, dass die EZB gegen Jahresende ihre Wertpapierkäufe einstellt und 2019 langsam mit Zinserhöhungen beginnt.

apa/dpa 

stol