Montag, 17. Juni 2019

Facebook will Pläne für Kryptowährung präsentieren

Facebook will seine eigene Kryptowährung einführen. Der US-Internetkonzern will am Dienstag seine Pläne für die Währung namens „Libra“ vorstellen, die nächstes Jahr starten soll. Laut Medienberichten sollen Verbraucher das digitale Zahlungsmittel nicht nur auf den Plattformen des Facebook-Konzerns, sondern auch anderswo im Internet verwenden können.

Facebook will seine eigene Kryptowährung einführen.
Facebook will seine eigene Kryptowährung einführen. - Foto: © shutterstock

Für Libra will Facebook ein Konsortium gründen, das die Digitalwährung kontrolliert. An dem Konsortium wollen sich nach Informationen des „Wall Street Journal“ mehr als ein Dutzend Firmen und Finanzinvestoren beteiligen. Darunter seien die Kreditkarten-Unternehmen Mastercard und Visa, der Onlinebezahldienst PayPal und der Fahrdiensteanbieter Uber. Die Firmen und Investoren investierten jeweils etwa 10 Mio. Dollar (8,88 Mio. Euro) in das Konsortium, berichtete die US-Zeitung.

Insgesamt will Facebook für das Projekt laut „Wall Street Journal“ rund 1 Mrd. Dollar aufbringen. Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen wie Bitcoin solle Libra an eine Reihe von klassischen Währungen wie den Dollar und Euro angekoppelt sein. Auf diese Weise will Facebook die teils extremen Werteschwankungen wie bei anderen Kryptowährungen verhindern und so das Vertrauen von Verbrauchern gewinnen.
Mit der Kryptowährung will der durch Datenmissbrauchsskandale erschütterte Konzern seine Umsätze deutlich steigern. Die Währung würde den weltweit mehr als zwei Milliarden Nutzern der Facebook-Netzwerke das Einkaufen sowie Spiele mit Geldeinsatz ermöglichen, ohne die Plattformen des Konzerns zu verlassen. Libra soll aber den Berichten zufolge auch auf nicht zu Facebook gehörenden Websites verwendet werden können.

Für Libra bedarf es aber noch der Zustimmung staatlicher Aufsichtsbehörden. Die Hürden für die Zulassung in den USA und anderen Staaten sind hoch. Bei den bisherigen Kryptowährungen kritisieren Behörden, dass sie zunehmend für kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche oder den Drogenhandel genutzt würden.

apa/afp

stol