Vor allem die steigenden Strom- und Gaspreise, zusammen mit Nahrungsmitteln trieben die Inflation auf ein Niveau, das seit Dezember 1985 nicht mehr erreicht wurde, erklärte das Statistikamt Istat am Mittwoch.<BR /><BR /><b>„Wir befinden uns in einer echten Notlage“</b><BR /><BR />Mit höheren Ausgaben in Höhe von 2580 Euro muss eine Durchschnittsfamilie pro Jahr wegen der hohen Inflation rechnen. „Wir befinden uns in einer echten Notlage, die schwerwiegende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben und einen Teil der Bevölkerung an die Armutsgrenze treiben wird“, warnte der Präsident des Konsumentenschutzverbands Codacons Carlo Rienzi. <BR /><BR /><b>„Regierung muss dringend eingreifen und Mehrwertsteuer auf Lebensmittel senken“</b><BR /><BR />„Die Regierung darf keine Zeit mehr verlieren und muss dringend in den Bereichen Lebensmittel, Energie und Kraftstoffe eingreifen, indem sie sofort die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel senkt, eine Preisobergrenze für Strom und Gas festlegt und den Anstieg der Benzin- und Dieselpreise blockiert“, fügte Rienzi hinzu.<BR /><BR /> Der Chef des stärksten italienischen Gewerkschaftsverbands CGIL, Maurizio Landini, urgierte die Regierung, so rasch wie möglich ein neues Stützungspaket für Familie und Unternehmen zu verabschieden. „Es muss jetzt dringend gehandelt werden, um die bereits schwer belasteten Löhne und Renten zu schützen“, sagte CGIL-Chef Landini.<BR /><BR /> Die Gemeindevereinigung ANCI warnte vor der Gefahr, dass die Kommunen ihre Dienstleistungen streichen könnten, sollte die Regierung nicht unter die Arme greifen. Die hohen Stromkosten würden viele Gemeinden schwer belasten, in einigen sei die öffentliche Beleuchtung bereits stark reduziert worden.<BR /><BR />„Eine außerordentliche Zuweisung von mindestens weiteren 350 Millionen Euro ist notwendig, um die steigenden Energiekosten zu kompensieren, andernfalls werden die Bürgermeister gezwungen sein, schmerzhafte Kürzungen bei den öffentlichen Dienstleistungen zum Nachteil der Bürger vorzunehmen, angesichts eines Herbstes, der bereits sehr schwierig und besorgniserregend aussieht“, erklärte der Präsident von ANCI, Antonio Decaro.