Den Grundstein für den Familienbetrieb legten die vierfachen Eltern Franz Hofer und Maria Girtler – in einer Zeit, in der Moos zu den ärmsten Gemeinden im Land zählte. „In den 1960er-Jahren waren hier Militär, Finanzpolizei und Carabinieri stationiert“, erzählt Kurt Hofer. Sein Vater belieferte sie mit Fleisch und konnte damit gutes Geld verdienen. „Das hat unseren Eltern sehr geholfen, zu investieren“, erinnert er. <BR /><BR />Über die Jahre wurde die Metzgerei samt Geschäft im Mooser Dorfzentrum immer wieder weiterentwickelt und der Zeit angepasst. Und vor 23 Jahren kam ein wichtiger Meilenstein in der Firmengeschichte dazu: die Speckproduktion in der Handwerkerzone. „Davor konnten wir nur begrenzt Speck herstellen“, erinnert sich Kurt Hofer. Dass der Speck heute weit über das Passeiertal hinaus bekannt ist, sei vor allem dem Fleiß und Einsatz von Kilian Hofer zu verdanken.<BR /><BR />„Für guten Speck braucht es vor allem Zeit und hochwertiges Fleisch aus Österreich und Deutschland“, erklärt der 62-Jährige. Nach dem Einsalzen kommt das Fleisch zunächst in den Pökelraum. Anschließend wird es nachgesalzen und getrocknet. „Und dann wird nicht in drei Tagen geräuchert, sondern über 14 Tage mit einem speziellen Rauch-Luft-Gemisch“, sagt der Metzgermeister. „Unser Speck wird wie früher geräuchert – langsam, und das macht es aus.“ Bevor der Speck in den Verkauf kommt, muss er mindestens sechs bis sieben Monate reifen.<BR /><BR />Doch nicht nur Speck prägt den Alltag im Familienbetrieb. Die Metzgerei bietet auch frisches Fleisch und Wurstwaren aus Eigenproduktion an. Dazu kommt Catering. „Die Vielfalt macht unseren Betrieb besonders – und die Bevölkerung steht hinter uns“, freut sich Kurt Hofer. „Sogar von auswärts kommen Kunden nach Moos.“ Weiters beliefert das Unternehmen unter anderem Gasthäuser, Geschäfte und andere Metzgereien mit verschiedenen Produkten. <h3> Weniger Fleischkonsum</h3>Jede Woche wird einheimisches Fleisch verarbeitet: Schweine, Rinder, Schafe und Ziegen von lokalen Bauern. Die Tiere, die man montags und dienstags vor Ort schlachtet, werden auch hier verarbeitet. „Wichtig ist mir, Ware herzustellen, mit welcher der Kunde zufrieden ist“, unterstreicht der Unternehmer.<BR /><BR />Rund 20 Frauen und Männer arbeiten im Unternehmen – darunter auch Kurt Hofers Tochter Nadia. Sehr am Herzen liegt dem 62-Jährigen der Metzgernachwuchs: 2025 und heuer wurden jeweils zwei Lehrlinge aufgenommen. „Wenn es mit dem Metzgerhandwerk weitergehen soll, muss man junge Leute ausbilden“, betont der Metzgermeister. „Und sie müssen anpacken dürfen, sonst geht die Freude verloren.“ Das Metzgerhandwerk sei sicher gefährdet – aber nicht mehr oder weniger als andere Handwerksberufe. <BR /><BR />Offen ist hingegen die Frage der Nachfolge: Der 62-jährige Mooser denkt zwar noch nicht ans Aufhören, wünscht sich für die Zukunft des Betriebs aber eine Lösung, die Familie und externe Kräfte verbindet. „Der Betrieb hat es sich verdient und das Potenzial, dass es weitergeht. Es wäre schade, wenn man ihn zusperren müsste, weil niemand weitermacht“, betont Hofer.<BR /><BR />Abschließend verrät er eine Veränderung im Konsumverhalten, die er schon seit Jahren beobachtet: „Die Menschen essen weniger Fleisch, Wurst und Speck als früher. Dafür achten sie stärker auf die Qualität, wenn Fleischprodukte auf den Tisch kommen. Und diese Entwicklung ist positiv.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1373718_image" /></div>