Donnerstag, 14. Mai 2020

Fast die Hälfte der Südtiroler shoppt online

Das Landesstatistikamt ASTAT hat am Donnerstag aktuelle Daten zum Thema Internet veröffentlicht. Demnach habe 46 Prozent der Südtiroler zwischen 16 und 74 Jahren in den letzten 12 Monaten mindestens einmal Waren oder Dienstleistungen für private Zwecke im Internet bestellt oder gekauft.

Fast 50 Prozent der Südtiroler kaufen im Internet ein.
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Fast 50 Prozent der Südtiroler kaufen im Internet ein. - Foto: © dpa-tmn / Monique Wüstenhagen
In Südtirol ist der Online-Einkauf mit 46 Prozent weiter verbreitet als im restlichen Staatsgebiet (38 Prozent), doch nicht so gebräuchlich wie im EU-Durchschnitt (63 Prozent). Innerhalb der EU war 2019 der Anteil der Online-Käufer sehr unterschiedlich, zwischen 22 Prozent in Bulgarien und 87 Prozent im Vereinigten Königreich.


Die Zahl der Südtiroler, die mindestens einmal im Jahr über Internet Waren oder Dienstleistungen kaufen, scheint sich nach dem Zuwachs zwischen 2005 und 2018 auf dem Niveau des Jahres 2018 eingependelt zu haben (rund 180.000 Online-Käufer).

Online-Shopping ist vor allem bei den Jüngeren beliebt

Waren oder Dienstleistungen online zu bestellen bzw. zu kaufen ist besonders unter jüngeren Leuten verbreitet und nimmt mit zunehmendem Alter ab: 65 Prozent der 16- bis 34-Jährigen kaufen online ein, denen 49 Prozent der 35- bis 54-Jährigen und 24 Prozent der 55- bis 74-Jährigen gegenüberstehen. Es lassen sich hingegen keine signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschiede feststellen.

Kleidung und Sportartikel

Am liebsten werden online Kleidung und Sportartikel gekauft: Diese Konsumgüter besorgten sich 51 Prozent der 16- bis 74-jährigen Südtiroler. An 2. Stelle folgen die Einkäufe von Haushaltsartikeln (wie zum Beispiel Möbelstücke, Spielzeugwaren, Haushaltsgeräte), die von 40 Prozent der Online-Käufer erworben wurden, und an 3. Stelle liegen die Urlaubsausgaben (Übernachtungen und Verkehrsmittel) mit 37 Prozent.
Es folgen Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Lernmaterialien (25 Prozent), elektronische Geräte (21 Prozent), Filme und Musik (17 Prozent), Eintrittskarten für Aufführungen (16 Prozent), Videospiele und andere Software-Anwendungen (15 Prozent), Fernmeldedienste (wie zum Beispiel TV-, Telefon- oder Handy-Abos, das Aufladen von Telefonwertkarten, 9 Prozent), Computerhardware (9 Prozent), Lebensmittel (7 Prozent) und Medikamente (4 Prozent).

Die meisten Online-Shopper haben keine Probleme mit dem Kauf

Auf welche Probleme stoßen Online-Shopper beim Kauf im Internet? Die häufigsten Probleme beim Online-Shopping sind, dass der ausländische Einzelhändler nicht in Italien verkauft (23 Prozent) und dass die bestellte Ware verspätet geliefert wird (23 Prozent).
Es folgen technische Probleme bei der Bestellung oder Bezahlung über das Internet (11 Prozent), der Erhalt defekter, falscher oder beschädigter Waren oder Dienstleistungen (8 Prozent) und die Schwierigkeiten bei der Suche nach Informationen über Garantien oder andere gesetzliche Rechte (5 Prozent). Andere Probleme, die von 8 Prozent der Online-Käufer gemeldet werden, sind unter anderem Schwierigkeiten bei der Reklamation oder beim Erhalt einer Rückerstattung, höhere Kosten im Vergleich zu den angegebenen Preisen, Nichtlieferung von Waren, Missbrauch der Kreditkarte oder sonstiger Betrug.

Persönlicher Kontakt statt online shoppen

17 Prozent der Internetnutzer, die nicht online kaufen, haben keine Kreditkarte, die Internet-Einkäufe zulässt, 16 Prozent geben an, dass es jemand anderes an ihrer Stelle macht und 14 Prozent behaupten, es nicht zu können. Andere Gründe folgen, mit noch niedrigeren Prozentwerten: mangelndes Vertrauen in die Lieferung oder Rückgabe von Waren (9 Prozent), Sicherheits- oder Datenschutzfragen (7 Prozent), die Lieferung ist zu kompliziert (7 Prozent). Der Hauptgrund gegen das online-shoppen aber ist der fehlende persönliche Kontakt: 78% derjenigen, die nicht im Internet kaufen ziehen es vor, persönlich einzukaufen.

Fast alle Internetanschlüsse sind Breitbandverbindungen

Zwischen 2006 und 2019 hat sich der Anteil der Südtiroler Haushalte, die zuhause einen Internetzugang haben, von 42 Prozent auf 88 Prozent verdoppelt. Noch deutlicher ist der Anstieg bei der Verbreitung der Breitbandverbindungen. 2006 verfügten 16 Prozent der Südtiroler Haushalte über einen Breitbandanschluss, 2019 waren es 85 Prozent. Zwischen 2006 und 2013 hat sich die Schere zwischen den Anteilen der Haushalte mit Internetanschluss und jenen mit Breitbandanschluss nach und nach geschlossen. Seit 2013 verbinden sich fast alle Haushalte über einen mobilen oder festen Breitbandanschluss mit dem Internet.

stol