Donnerstag, 06. Juni 2019

Fiat Chrysler zieht Angebot zu Fusion mit Renault zurück

Fiat Chrysler (FCA) hat sein Fusionsangebot an Renault zurückgezogen. Es sei klar geworden, dass derzeit die politischen Voraussetzungen, damit ein solcher Zusammenschluss erfolgreich sei, in Frankreich nicht gegeben seien, teilte der italienische-amerikanische Autobauer am frühen Donnerstagmorgen in einer Stellungnahme in London mit.

Fiat-Chrysler sieht sich durch Politik an Renault-Übernahme gehindert Foto: APA (AFP)
Fiat-Chrysler sieht sich durch Politik an Renault-Übernahme gehindert Foto: APA (AFP)

FCA sei weiterhin davon überzeugt, dass der Fusionsvorschlag überzeugend gewesen sei und für alle Parteien Vorteile gebracht hätte, hieß es.

Aus Fiat-Kreisen verlautete, Grund für die Absage sei der Versuch Frankreichs, eine Entscheidung über die Fusion zu verschieben. Ein weiterer Insider sagte dazu, Frankreich habe den 30 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss hinauszögern wollen, um mit Nissan und der Regierung in Tokio zu beraten. Frankreich hält 15 Prozent an Renault.

Renault reagiert bereits unmittelbar nach Veröffentlichung der Offerte des italienisch-amerikanischen Konzerns mit Interesse. Auch der französische Staat reagierte positiv. Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire warnte am Mittwoch jedoch vor zu viel Eile bei den Gesprächen. „Nehmen wir uns die Zeit, die Dinge richtig zu machen”, sagte Le Maire dem Fernsehsender BFMTV.

apa/ag.

stol