Fiat werde sich bis Ende des Jahres komplett aus dem gemeinsamen Werk Sevelnord in Nordfrankreich zurückziehen, gab PSA in einer Erklärung bekannt. PSA übernehme den Fiat-Anteil von 50 Prozent. Die Gewerkschaften befürchten den Wegfall hunderter Stellen. PSA will am Donnerstag zudem umfassende Sanierungsmaßnahmen bekanntgeben.Im Werk Sevelnord mit seinen 2800 Mitarbeitern werden bisher größere Modelle wie der Van Peugeot 807 sowie Nutzfahrzeuge wie die Kleintransporter Citroen Jumpy und Fiat Scudo produziert. Gewerkschafter hatten wenige Tage vor Bekanntgabe des Fiat-Rückzugs hervorgehoben, dass die Produktion von Fiat-Modellen rund 20 bis 25 Prozent ausmache und dass ein Ausstieg des italienischen Partners daher den Wegfall von mehr als 500 Stellen bedeuten könnte. Nun gab die Gewerkschaft CGT bekannt, dass Fiat laut Firmenleitung bis Ende 2016 weiterhin Fahrzeuge in Sevelnord kaufen wolle. Die Italiener hätten aber keine Garantie dafür abgegeben.PSA Peugeot-Citroen war im Februar eine Allianz mit dem US-Autobauer General Motors eingegangen, zu dem auch Opel gehört. Seither werden weitere Stellenkürzungen befürchtet, denn die Kooperation soll beiden Konzernen Einsparungen bringen. PSA, das mit großen Absatzproblemen kämpft und auf dem europäischen Markt dieses Jahr einen Rückgang um fünf Prozent erwartet, hatte bereits im Herbst 2011 Einsparungen von 800 Mio. Euro angekündigt. Dies bedeutet den Wegfall von 6.000 Stellen in Europa. Ende Juni hatte Konzernchef Philippe Varin aber weitere Sparmaßnahmen angekündigt, die teilweise am Donnerstag bekanntgegeben werden könnten.Die Gewerkschaften befürchten seit Wochen, dass das traditionsreiche Werk in Aulnay-sous-Bois bei Paris geschlossen werden könnte, das mehr als 3.000 Angestellte hat. Dort wird nur noch der Kleinwagen C3 hergestellt, dessen Produktion 2014 auslaufen soll. Peugeot-Citroen hat Absatzschwierigkeiten insbesondere im Segment der unteren und mittleren Preisklasse. apa/afp