Zwar senkten die Bonitätswächter den Ausblick für die Bewertung der weltgrößten Volkswirtschaft von stabil auf negativ. Ob die USA aber ihre Spitzennote „AAA“ tatsächlich verlieren, werde die Agentur wegen der Präsidentschaftswahl Ende nächsten Jahres wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2013 entscheiden, sagte Fitch-Analyst David Riley der Nachrichtenagentur Reuters. Die neue Regierung solle genügend Zeit für eine glaubwürdige Strategie zum Schuldenabbau bekommen.Fitch zeigte sich damit deutlich großzügiger als die Agentur S&P. Diese hatte den USA schon im August wegen mangelnder Aussichten auf einen Abbau der Rekord-Verschuldung von inzwischen 15 Bill. Dollar (11.248 Mrd. Euro) das Top-Raing entzogen und eine weitere Herabstufung nicht ausgeschlossen. Je schlechter ein Rating, umso mehr Zinsen muss der Schuldner für neue Kredite zahlen. Weil die Fitch-Warnung aber für Experten nicht überraschend kam, blieben gravierende Auswirkungen an den Finanzmärkten aus. Im Gegenteil: Hoffnungen auf Fortschritte im Kampf gegen die Schuldenkrise in Europa trieb die US-Börsen am Dienstag den zweiten Tag in Folge an.Fitch mahnte aber zugleich einen nachhaltigen Kurs zum Schuldenabbau an. „Wenn es dann im zweiten Halbjahr 2013 danach aussieht, dass ein solcher Plan nicht zustande kommt, dann wird der negative Ausblick wahrscheinlich in eine Herabstufung münden“, sagte Fitch-Analyst Riley. Es sei unwahrscheinlich, dass die Agentur bis dahin ihre US-Bewertung ändere. „Man soll zwar niemals nie sagen“, sagte Riley. „Aber wir erwarten nicht, dass es zu irgendwelchen substanziellen Entwicklungen kommt, die uns dazu bewegen könnten, unser Rating binnen der kommenden zwölf Monate zu ändern.“ Das gelte selbst für den Fall, dass die USA in eine kurze Rezession abrutschten oder sich die Euro-Schuldenkrise verschärfe.apa/reuters