Dienstag, 29. August 2017

Flüchtlinge: Italien plant Großprojekte in libyschen Städten

italien hat sich zur Umsetzung einer Reihe von Großprojekten in libyschen Städten verpflichtet, um die Entwicklung des Krisenlandes zu fördern. 170 Millionen Euro will Rom für Schulen, Krankenhäuser, Strom- und Wasserleitungen lockermachen. Darauf einigte sich die Regierung mit den Bürgermeistern von 14 libyschen Gemeinden.

Libyen
Libyen - Foto: © shutterstock

Zu den Bürgermeistern, die am Montag dem italienischen Innenminister Marco Minniti ihre Liste mit prioritären Projekten vorgelegt haben, zählen jene der Städte Sabratha, Misrata (Misurata) und Zuwarah, aus denen die meisten Flüchtenden in Richtung Italien abgefahren sind, berichteten italienische Medien am Dienstag. Die Regierung will in jeder Stadt sofort mit einem Projekt starten. In Sabratha soll mit der Wasserkanalisation begonnen werden. Zuwarah bittet um ein Krankenhaus und um ein neues Stromsystem.

Laut den Plänen der italienischen Regierung könnten in drei Jahren drei Milliarden Euro in Libyen investiert werden. Davon könnten auch italienische Unternehmen profitieren, die sich am Wiederaufbau in Libyen beteiligen wollen.

Auch die EU greift Libyen unter die Arme. Brüssel hat bereits 50 Millionen Euro zur Förderung der Wirtschaftsentwicklung lockergemacht. Weitere 170 Millionen Euro sollen für Flüchtlingseinrichtungen in Libyen verwendet werden.

Bei dem Gipfeltreffen in Rom hat sich Italien mit Libyen, Niger, Tschad und Mali auch über die Einrichtung einer Task Force verständigt. Sie soll Strategien im Kampf gegen Menschenhandel entwickeln und Hilfsprogramme in Afrika fördern. Die Meeres- und Landesgrenzen in Afrika sollen besser geschützt werden, hieß es in einer Presseaussendung des Innenministeriums in Rom.

dpa

stol