Mittwoch, 26. August 2015

Flüchtlinge: "Kein Störfaktor für den Tourismus im Land"

"Nein, es stimmt nicht, dass Flüchtlingszentren ein Störfaktor für Gäste sind und damit das Tourismusgeschäft gefährden könnten". Mit diesen Worten bezieht Thomas Aichner, Direktor der Marketinggesellschaft Meran, in der Flüchtlingsdebatte klar Stellung. Er fordert, dass sich Südtirol der "Reisenden, die Hilfe brauchen" schon aufgrund der gebotenen Gastfreundschaft annimmt.

Thomas Aichner, Direktor der Marketinggesellschaft Meran (l.), bezieht in der Flüchtlingsdebatte klar Stellung.
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Thomas Aichner, Direktor der Marketinggesellschaft Meran (l.), bezieht in der Flüchtlingsdebatte klar Stellung. - Foto: © STOL

Wahr sei vielmehr, "dass wir von unseren Gästen Verständnis dafür erwarten dürfen, dass Südtirol hier ankommende Flüchtlinge nicht tatenlos sich selbst überlässt, sondern Rahmenbedingungen für ein würdevolles Leben schafft", ist Aichner überzeugt.

Südtirol sei nicht nur Transitland, sondern auch ein bedeutendes Ziel für Touristen.

Und der Tourismus habe Südtirol nicht nur einen starken wirtschaftlichen Aufschwung gebracht, er habe das Land auch kulturell bereichert und neue Perspektiven für andere Wirtschaftssektoren geöffnet. "Aus diesem Grund hat Südtirol alle Voraussetzungen und allen Grund, in der aktuellen Flüchtlingsfrage nicht passiv zu bleiben, sondern Verantwortung zu übernehmen", pocht der Direktor der Marketinggesellschaft Meran.

Reisende, die Hilfe brauchen

Denn ein Land in dem die Gastfreundschaft ein wesentlicher Teil seiner Kultur sei, verschließe sich nicht vor Reisenden, die Hilfe brauchen. Es würde wahrscheinlich umgekehrt beim Gast auf Unverständnis stoßen, wenn Südtirol Flüchtlingen seine Unterstützung verweigern würde, meint Aichner.

Wenn Flüchtlinge nicht auf der Straße sitzen müssten, sondern sichere Zufluchtsorte finden, "profitieren nicht nur sie selbst, sondern auch wir Südtiroler und unsere Gäste". Es sei für den Gastgeber ein leichtes, seinen Gast darüber zu informierten, dass das eigene Dorf Verantwortung übernommen hat und Flüchtlingen vorübergehend eine Heimat biete.

Bindeglied zwischen den Kulturen 

Diese Haltung gehöre zum Konzept eines authentischen Lebensraums und entspräche dem Anspruch unseres Landes, Bindeglied zwischen den Kulturen zu sein.

Im Moment sollte es um die Frage gehen, wie z. B. nicht mehr gebrauchte Lebensmittel und Speisen oder alte Möbel aus Hotels für Flüchtlingszentren schnell und unkompliziert zur Verfügung gestellt werden.

"Wenn Südtirol auch in dieser gesamteuropäisch schwierigen Situation mit guter Organisation und viel menschlichem Feingefühl seine Rolle des Gastgebers spielt, so wird es auch seinen Ruf als exzellente Destination für zahlende Gäste stärken und somit in die eigene Zukunft investieren", unterstreicht Aichner seine Ansichten.

stol/ker

stol