Mittwoch, 26. September 2018

Fluggäste dürfen Ansprüche an Portale abtreten

Verspätete Passagiere des Billigfliegers Ryanair dürfen ihre Erstattungsansprüche an Flugrechtsportale abtreten. Das geht aus einem rechtskräftigen Urteil des deutschen Amtsgerichts Nürnberg hervor, das gegenteilige Bestimmungen in den Ryanair-Geschäftsbedingungen für rechtswidrig erklärt hat.

Ryanair nahm die Berufung gegen das Urteil zurück Foto: APA (dpa)
Ryanair nahm die Berufung gegen das Urteil zurück Foto: APA (dpa)

Die Iren haben laut Mitteilung der bayerischen Justiz ihre Berufung zurückgenommen. Zuvor hatte das Landgericht Nürnberg seine Zustimmung zum Urteil der ersten Instanz erkennen lassen.

Erstritten hat das Urteil der Hamburger Fluggast-Sofortentschädiger EUflight.de, der regelmäßig mögliche Entschädigungsansprüche von Passagieren ankauft und dann auf eigene Rechnung durchsetzt. Andere Portale vertreten gegen eine pauschale Provision die Passagiere gegenüber den Fluggesellschaften.

Ryanair will Unternehmen von Entschädigungen ausschließen 

Ryanair will diese Unternehmen möglichst von Entschädigungen ausschließen. Das irische Flugunternehmen hält ihnen vor, von Kunden überhöhte Preise für ihre Dienstleistungen zu verlangen.

Zunächst hatte Ryanair in den AGB eine Abtretung von Ansprüchen etwa nach Verspätungen komplett untersagt.

EUflight-Geschäftsführer Lars Watermann hielt Ryanair „dreistes und kundenunfreundliches Verhalten” vor.

apa/dpa/ag

stol