Mittwoch, 16. August 2017

Fluggesellschaft pleite? Was Passagiere wissen sollten

Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin ist seit Dienstag insolvent. Was müssen Passagiere wissen? Das Europäische Verbraucherzentrum Bozen gibt Tipps, wie man trotzdem an sein Reiseziel kommt.

Von einer langfristigen Buchung wird derzeit abgeraten.
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Von einer langfristigen Buchung wird derzeit abgeraten. - Foto: © LaPresse

Fluggäste von Air Berlin können zunächst aufatmen. Der Fluggesellschaft zufolge werden die Flüge der kommenden 3 Monate ordnungsgemäß durchgeführt, der Flugplan und bereits gebuchte Tickets bleiben gültig und Flüge können weiterhin gebucht werden.

Vorsicht beim Stornieren

Wer trotzdem lieber seinen Flug stornieren möchte, muss überprüfen, welcher Tarif gebucht wurde. Handelt es sich um einen kostengünstigen Tarif, so stehen die Chancen schlecht, den Flug kostenlos umbuchen oder stornieren zu können. Dem Verbraucher muss nur der Anteil an Steuern und Gebühren erstattet werden.

„Zurzeit ist der Verbraucher rechtlich nicht vor der Insolvenz einer Fluggesellschaft geschützt“, erklärt Monika Nardo, Leiterin des EVZ-Büros Bozen. Im konkreten Fall heißt das, dass der Verbraucher das Ausfallrisiko trägt, sollte eine Fluggesellschaft in Konkurs gehen.

Klarer ist die Situation bei Pauschalreisen, denn hier muss der Reiseveranstalter sicherstellen, dass der Klient befördert wird, gegebenenfalls muss ein Ersatzflug organisiert werden.

Von einer Buchung wird abgeraten

Wer dennoch im Herbst mit Air Berlin reisen möchte, sollte den Flug mit einer Kreditkarte buchen. Sollte der Flugbetrieb eingestellt werden, kann der Verbraucher versuchen, die Erstattung der Ticketkosten vom Kreditkartenunternehmen zu fordern. Sicher ist aber auch diese Variante nicht – der Verbraucher kann im schlechtesten Fall auf seinen Kosten sitzen bleiben.

Möglich ist auch, sich in das Insolvenzverfahren vor dem zuständigen Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einzulassen. Aber: Aus der Insolvenzmasse werden zunächst bevorzugte Gläubiger, wie Aktionäre und Banken, befriedigt.

Das EVZ Büro Bozen empfiehlt deshalb – beim derzeitigen Stand der Dinge – von einer langfristigen Buchung abzusehen.

stol

stol