Dienstag, 22. August 2017

Flughafen: „Land zahlt keinen Euro mehr“

„Wir wollen den Flughafenbetrieb abgeben und keinen Euro mehr zahlen. So sind die Vorgaben. Zur Zeit geben wir für den Flughafen sogar mehr als 2,5 Millionen Euro für die Führung pro Jahr aus und das bei weniger Dienstleistung als zuvor“, sagt Landeshauptmann Arno Kompatscher. Sollten private Unternehmer den Flughafen übernehmen, werde das Land keinen Euro mehr beisteuern, berichtet das Tagblatt Dolomiten am Dienstag.

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„Unsere Beraterfirma Price Waterhouse Cooper (PWC), die auch die Schätzung für die Veräußerung des Flughafens abwickelt, hat uns empfohlen, vor einer EU-Ausschreibung eine Interessensbekundung zu veröffentlichen, wonach wir den Flughafenbetrieb abtreten wollen“, sagt Kompatscher.

Diese Absichtserklärung wird in 2, 3 Wochen erfolgen. „Auf diese Interessensbekundung hin kann sich jeder bei uns melden, Schätzpreis und Bedingungen erfahren sowie die eigenen Übernahme-Vorstellungen deponieren. Es könnte jemand auch den Flughafen pachten und nicht kaufen wollen. Selbst wenn jemand nur einen Euro Pacht zahlen würde, wäre dies im Vergleich zu heute ein Geschäft“, so Kompatscher.

Diese Marktsondierung soll innerhalb Oktober abgeschlossen sein und verhindern, dass eine Ausschreibung am Markt vorbeigeht. „Meldet sich nur ein Bewerber, dann können wir mit ihm direkt verhandeln, aber davon gehe ich nicht aus“, meint Kompatscher. Die EU-weite Ausschreibung soll innerhalb des Jahres dann ein Ergebnis bringen. „Mitbieten kann bei der Ausschreibung dann jeder, auch der, der zuvor kein Interesse bekundet hat“, meint Kompatscher.

IDM-Präsident und HGV-Bezirkschef von Meran und Vinschgau, Hansi Pichler, begrüßt indessen jede Initiative zur Belebung des Bozner Flughafens. Er sei aber skeptisch, dass dies ohne öffentliches Engagement möglich sei, zumal die kurze Landepiste die Passagierzahlen limitiere.

lu

stol