Donnerstag, 30. März 2017

Flurbereinigung bei den Hochspannungsleitungen

Die Landesregierung hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Modernisierung des Stromnetzes beschlossen.

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Foto: © shutterstock

Am 1. Januar 2011 übernahm Südtirol von ENEL die Verwaltung und Führung des Leitungsnetzes im Bereich Mittelspannung und Niederspannung sowie 19 Übergabestationen im Bereich Hoch- zu Mittelspannung. Ein autonomiepolitischer Erfolg. Aber schon bald wurde klar: Die Infrastruktur wird den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Am Dienstag hat die Landesregierung einen Masterplan zur Modernisierung der Anlagen beschlossen. Dieser wurde am Donnerstag in Bozen vorgestellt.

3 Gründe für die Modernisierung

„Die Leitungsnetze in Südtirol sind veraltet“, erklärte Flavio Ruffini, der Direktor der Landesagentur für Umwelt. „Das betrifft sowohl die ehemaligen Verteilernetze der ENEL als auch die Transportnetze der TERNA."

Zudem: Für erneuerbare Energien waren die Netze nicht ausgelegt. Doch heute gebe es rund 6.000 kleinere und mittlere Stromproduzenten in Südtirol, die ihre Energie in das Netz einspeisen wollen, hieß es auf der Pressekonferenz.

Und nicht zuletzt wünsche sich die Bevölkerung höhere Standards, wenn es um den Schutz vor elektromagnetischer Belastung geht.

Einige Hochspannungsleitungen kommen weg

Der Masterplan legt Prioritäten für die Dringlichkeit der Maßnahmen und Kriterien für die Ausführung der Maßnahmen fest. An oberster Stelle steht laut Umweltlandesrat Richard Theiner die sichere, gesundheits- und umweltverträgliche Versorgung aller Stromabnehmer in Südtirol.

Im Masterplan werden auch Zonen identifiziert, in denen Hochspannungsleitungen, die das Landschaftsbild beeinträchtigen, entfernt werden können, zum Beispiel im Überetsch und im Eisacktal. Außerdem soll durch die Modernisierung der Transformatoren die Umweltbelastung reduziert werden. "Es wäre wünschenswert", betonte Theiner, "wenn wir die Modernisierungsmaßnahmen innerhalb weniger Jahre durchführen könnten.“

Im Mittelspannungsbereich ist die Anpassung des zum Teil noch bestehenden 6-kV- Systems (1 kV = 1.000 Volt) in den Städten Bozen und Meran an das landesübliche 20-kV-Netz notwendig. Auch die Modernisierung und der Ausbau des lokalen Netzes im Mittelspannungs- und Niederspannungsbereich - immerhin 8.200 Kilometer -, sowie die Anpassung und Potenzierung der 78 Umspannkabinen stehen an. 

stol