Ob frühmorgens bei Sonnenaufgang, zu Mittag oder in der Abenddämmerung – die Geislerspitzen sind immer ein lohnendes Fotomotiv. Das hat sich längst weltweit herumgesprochen. Schon vor Ausbruch der Pandemie suchten Touristen vor allem aus Fernost den Weg nach St. Magdalena am Ende des Villnösser Tales. Jetzt ist das Publikum noch internationaler geworden. <h3>„Die Situation eskaliert“ </h3>Doch der Ansturm der Fototouristen bringt zunehmend Probleme mit sich. Bürgermeister Peter Pernthaler findet klare Worte: „Die Situation eskaliert, wir müssen etwas tun.“ Denn für den perfekten Schnappschuss überschreiten die Fototouristen immer wieder Grenzen – marschieren über fremde Grundstücke, parken wild, stellen das Fotostativ auf, wo es gerade passt, und sorgen mit ihrem nicht gerade ortskundigen Fahrstil für Kopfschütteln und Ärger bei den Einheimischen. Es soll sogar schon zu Übergriffen zwischen Einheimischen und den teilweise übereifrigen Hobbyfotografen gekommen sein. <BR /><BR />Doch damit nicht genug: Mitte Juni sorgte wie berichtet ein schwerer Verkehrsunfall in St. Magdalena für Schlagzeilen. An Bord befanden sich Touristen aus Asien. Den Angaben zufolge waren sie auf einer schmalen Zufahrtsstraße unterwegs, hielten am Straßenrand an, das Auto kam ins Rollen und stürzte über einen Steilhang in das Bett des Blauerbaches. 2 Frauen wurden dabei schwer verletzt. Auch sie sollen für ein Foto unterwegs gewesen sein. <BR /><BR />Derzeit, so Bürgermeister Pernthaler, stehe in der Schmidmüller-Gasse in St. Magdalena eine Schranke, die verhindern soll, dass Unbefugte in Richtung St.-Magdalena-Kirchlein weiterfahren. Doch die Schranke erzielt nicht die gewünschte Wirkung. „Das kann so nicht weitergehen, die Bauern sind verärgert, auch die Einheimischen akzeptieren diese Situation immer weniger“, erklärt Pernthaler. <BR /><BR />In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde nun die Bildung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Sie soll Vorschläge erarbeiten, wie die auftretenden Probleme rund um den Fototourismus gelöst werden können. <h3> Treffen der Arbeitsgruppe</h3>Am Dienstag dieser Woche traf sich die Arbeitsgruppe. Sie besteht aus 2 Mitgliedern des Gemeindeausschusses, aus 3 Gemeinderäten und Anrainern. Mitglied der Arbeitsgruppe ist auch Andreas Messner, Vize-Präsident der Tourismusgenossenschaft Villnöß. Messner ist selbst auch Bauer und wohnt in St. Magdalena, kennt also das Thema aus nächster Nähe. <BR /><BR />Gegenüber s+ sagte er gestern: „Wir sind in einer Zwickmühle, wir müssen einen gangbaren Weg finden, mit dem alle halbwegs gut leben können. Auf der einen Seite kann es nicht sein, dass Urlauber beschimpft werden, auf der anderen Seite müssen die Touristen auch wissen, was geht und was nicht“, so Messner. Zuletzt habe sich bei den Menschen hier „Wut und Ärger“ aufgestaut. Jetzt brauche es rasche Lösungen. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="910822_image" /></div> <BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR /><BR />Die Arbeitsgruppe hat nun mögliche Vorschläge an den Gemeindeausschuss herangetragen. Maßnahmen wären laut <b>Bürgermeister Peter Pernthaler</b> (im Bild oben), den alten Berger Weg nur für Anrainer zu öffnen, eine Schranke mit Zahlensystem zu errichten, eigene Parkplätze für Bustouristen zu schaffen und diese dann über gelenkte Wege direkt zum eingerichteten Fotopoint zu führen. <BR /><BR />Nächste Woche findet ein Treffen mit der Tourismusgenossenschaft statt, dann sollen konkrete Schritte folgen. <BR /><BR /><BR />