<BR />40 Cent mehr kostet der Liter Diesel hierzulande im Vergleich zum Jänner. Es ist eine Preissteigerung, die vor allem jene existenziell trifft, die mit Fahren ihr Geld verdienen – etwa die Frächter. „Die Belastung ist so hoch, dass es gescheiter wäre, das Arbeiten zu lassen“, findet Alexander Öhler, Obmann der Warentransporteure im lvh. „Wir zahlen derzeit drauf“. <BR /><BR />Wie die hohen Spritpreise die Kalkulation verhageln, zeigt ein Blick auf die Standardroute Bozen–München. Für die rund 300 Kilometer verbraucht ein Lkw im Schnitt 90 Liter Diesel. Kostete diese Fahrt zu Jahresbeginn (bei 1,70 Euro/l) noch rund 153 Euro an Treibstoff, schlägt sie nun (2,10 Euro/l) mit 189 Euro zu Buche. Bei einer ganzen Tankfüllung von 500 Litern summieren sich die 40 Cent Mehrkosten auf satte 200 Euro. Auf das Jahr hochgerechnet wächst das Defizit pro Lkw auf fünfstellige Beträge an.<h3> Starre Vertragsstruktur</h3>Die Kosten zum Teil an den Auftraggeber weiterzugeben, ist oft nur bedingt möglich. Viele Lieferverträge sind auf ein bis zwei Jahre fixiert, ohne Klauseln für Aufschläge. „Wir finanzieren also die Preissteigerungen vor“, erklärt Öhler. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1303551_image" /></div> <BR /><BR />Es gibt auch Verträge mit dem „Dieselfloater“, einem variablen Aufschlag, der schwankende Dieselpreise zumindest teilweise ausgleicht. „Das wäre eigentlich eine faire Lösung für beide Seiten“, bekundet Öhler. Große Logistikdienstleister nutzen – auch dank ihrer Verhandlungsmacht – derartige Modelle. „Kleinere Unternehmen, wie in Südtirol, tun sich da wesentlich schwerer“, so Öhler. <h3> Streik und Proteste angekündigt</h3> Die Frächter fordern ein Einlenken sowohl von der Politik als auch von Auftraggebern. Während die Politik bei der Steuerlast ansetzen könnte, müssten Kunden eine höhere Flexibilität bei den Tarifen zeigen, ist auch Öhler überzeugt. „Es braucht Anpassungen und ein Entgegenkommen. Es geht nicht um Gewinnmaximierung, sondern um Kostendeckung“. <BR /><BR />Um den Druck auf Rom zu erhöhen, hatte der italienische Branchenverband Trasportounito für die gesamte Woche landesweite Streiks ausgerufen. Doch die Aktion fand ein jähes Ende. Bereits am Montag wurde der Streik abgebrochen, nachdem es im Zuge einer Protestaktion zu einem tödlichen Unfall gekommen war: Ein Lkw-Fahrer war auf der Autobahn von einem Fahrzeug erfasst worden.<BR /><BR />Weitere Aktionen sind jedoch bereits angekündigt.