Sonntag, 23. August 2015

Frauenquote: Industrie warnt vor neuem Druck und hohen Erwartungen

Bei den Dax-Unternehmen ist inzwischen etwa jeder vierte Aufsichtsratsposten mit einer Frau besetzt. Wie eine aktuelle Erhebung des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) zeigt, stieg der Anteil weiblicher Aufsichtsräte seit dem vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte auf nunmehr knapp 26,7 Prozent.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Bei den MDax-Werten sieht es für die Frauen weniger gut aus. Hier sitzt nur auf jedem fünften Stuhl eine Frau. Seit dem 1. Mai gilt in Deutschland das Gesetz für die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen.

Es war trotz des erbitterten Widerstandes der Wirtschaftsverbände verabschiedet worden. Es legt für die Aufsichtsräte von rund 100 Unternehmen, die börsennotiert und voll mitbestimmungspflichtig sind, eine starre 30-Prozent-Quote fest.

4000 Unternehmen müssen Ziele festsetzen

Mehr als 4000 weitere Unternehmen müssen sich bis zum 30. September ein eigenes Ziel für die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsrat und Vorstand setzen. Spätestens bis zum 30. Juni 2017 soll dieses Ziel dann erreicht sein.

Im Gegensatz zu den Unternehmen mit der starren Quote, haben diese Firmen aber keine Sanktionen zu befürchten. Der BDI warnte in diesem Zusammenhang vor zu hohen Erwartungen und erklärte: „Die ersten Zielgrößen werden wenig ambitioniert erscheinen, weil die Fristen viel zu kurz sind.“ Darauf mit neuem Druck zu reagieren wäre deshalb falsch.

dpa

stol