Freitag, 08. Mai 2020

Freude über den Neustart in Südtirol

Zahlreiche Südtiroler Verbände, Gewerkschaften und Betriebe loben den Beschluss des Landesgesetzes zu Phase 2. Es herrschte Freude über den nun ermöglichten Neustart der Wirtschaft. Nun gelte es die Vorgaben möglichst schnell und gewissenhaft umzusetzen.

Zahlreiche Betriebe in Südtirol können wieder öffnen.
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Zahlreiche Betriebe in Südtirol können wieder öffnen. - Foto: © ivh
Das in der Nacht auf Freitag verabschiedete Landesgesetz zu Phase 2 ermöglicht es zahlreichen Betrieben wieder auf zu sperren und die Arbeit erneut, unter zahlreichen Sicherheitsauflagen, erneut aufzunehmen. Darüber zeigen sich Verbände, Gewerkschaften und Betriebe erfreut.

Lob vom ASGB

Der Autonome Südtiroler Gewerkschaftsbund (ASGB) zeigt sich voll des Lobes über die Genehmigung des Landesgesetzes zur Gestaltung der Phase 2 vom Südtiroler Landtag. Der Vorsitzende des ASGB, Tony Tschenett, betont, dass der ASGB das Vorhaben die Phase 2 autonom zu gestalten, von Anfang an unterstützt habe.

Dieses Landesgesetz, so Tschenett, sei enorm wichtig für die gesamte Südtiroler Gesellschaft: „Dessen gesellschaftliche Bedeutung fußt gleich auf 2 fundamentalen Säulen. Einerseits ist es natürlich für die Betriebe und deren Angestellten wichtig, dass sie wieder ihre Tätigkeiten aufnehmen können, dass die Lohnausgleichskassen zurückgefahren werden können und die Betroffenen wieder mit ihren normalen Einkommen kalkulieren können, andererseits spielt natürlich auch die gesellschaftliche Komponente eine tragende Rolle. Das Wissen, das man die Freizeit wieder am Berg verbringen kann, die Möglichkeit hat, mit den Kindern in die freie Natur zu fahren und sich generell wieder frei bewegen zu dürfen, ist für das persönliche psychophysische Wohlergehen äußerst relevant.“

Der ASGB-Chef appelliert aber auch an die Südtiroler Bevölkerung, die wiedererrungenen Freiheiten nur in dem Rahmen auszuleben, wie es die gesetzliche Lage bestimmt: „Wir dürfen nicht leichtfertig werden und glauben, das Virus sei verschwunden. Mundschutz tragen, die Einhaltung der empfohlenen Hygiene und regelmäßiges Desinfizieren von Oberflächen und Händen muss weiterhin das Gebot der Stunde sein. Die Opfer, die wir alle während des Lockdowns gebracht haben, dürfen nicht umsonst gewesen sein oder sich gar wiederholen müssen!“

HGV setzt praktikable Auflagen ein

Mit kommendem Montag, 11. Mai, kann die Gastronomie wieder ihre Tätigkeit aufnehmen, ab 25. Mai dürfen Beherbergungsbetriebe wieder Gäste willkommen heißen.

„Das vom Südtiroler Landtag verabschiedete Landesgesetz, das die Wiederaufnahme des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens regelt, ist ein mutiger Schritt, der endlich auch der Gastronomie und der Hotellerie den Neustart ermöglicht“, so HGV-Präsident Manfred Pinzger. Während viele andere Branchen ihre Tätigkeiten – wenn auch eingeschränkt – früher starten oder gar ohne Unterbrechung weiterführen konnten, sind Gastronomie und Beherbergung bereits rund 2Monate behördlich geschlossen.

Der Hoteliers- und Gastwirteverband hat intensiv am Landesgesetz mitgewirkt, um dieses praktikabler zu gestalten. „Die Verabreichung am Tresen, das Unterschreiten des zwischenmenschlichen Abstandes unter bestimmten Voraussetzungen und die Koppelung der Höchstzahl der Gäste an die vorhandenen Sitzplätze konnten wir für die Gastronomie erreichen. Für die Beherbergung ist es gelungen, dass keine Höchstzahl von Gästen einzuhalten ist, betreute sportliche Aktivitäten zulässig sind und Kinderbetreuung möglich ist. Die Auflagen für einen Neustart, die vorerst bis zum 31. Juli 2020 gelten, sind für die Gastronomie und Beherbergung aber dennoch sehr hoch“, sagt HGV-Präsident Manfred Pinzger.

Unter anderem liegt die generelle Abstandsregelung von 2 Metern über dem nationalen und internationalen Niveau. Der Standard der zu verwendenden Schutzmasken für Servicemitarbeiter ist deutlich höher als jener, den die Weltgesundheitsorganisation WHO vorgibt. Hinzu kommen infrastrukturelle und organisatorische Maßnahmen, die teils mit hohen Kosten verbunden sind. „Die Betriebe sollten deshalb den Neustart gut durchdacht und mit dem nötigen Vorlauf angehen. Die Fachabteilungen des HGV begleiten die Mitglieder dabei“, sagt HGV-Direktor Thomas Gruber.

Zum Neustart in der Gastronomie und in der Hotellerie gehören aber vor allem wieder offene Grenzen und der ungehinderte Reiseverkehr. „Daran muss die Politik nun auf allen Ebenen arbeiten. Darüber hinaus braucht es jetzt dringend ein zweites kräftiges Maßnahmenpaket. Dabei gilt es diesmal vor allem die Beherbergung und Gastronomie in den Mittelpunkt zu stellen“, fordert HGV-Präsident Manfred Pinzger. Beide Branchen hätten zweifelsohne den größten wirtschaftlichen Schaden genommen und würden zudem unter ungleich höheren Auflagen starten, heißt es abschließend in einer Aussendung des HGV.

Südtiroler Bauernbund begrüßt den Neustart

Der Südtiroler Bauernbund bewertet das neue Landesgesetz positiv, das einen Neustart der Betriebe und mehr Bewegungsfreiheit ermöglicht. Vor allem die Weinwirtschaft und der Zu- und Nebenerwerb werden von den gelockerten Bestimmungen profitieren. Gleichzeitig ruft der SBB dazu auf, die Hygienemaßnahmen genauestens zu befolgen.

„Wir begrüßen den Neustart, der den Bürgern wieder schrittweise eine neue Normalität zurückbringt“, sagt Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Zwar sei die Landwirtschaft insgesamt von den Beschränkungen weniger als andere Sektoren betroffen gewesen, die Weinwirtschaft, die Gärtnereien und der Zu- und Nebenerwerb hätten aber auch stark unter den Coronamaßnahmen gelitten. „Wir hoffen, dass mit der Wiedereröffnung der Bars und Restaurants auch der Weinverkauf wieder startet. In den letzten Wochen ist der Absatz zum Erliegen gekommen“, erklärt Tiefenthaler.

Massiv betroffen ist auch der Zu- und Nebenerwerb. Nach 2 Monaten Zwangspause werden wieder die Hof- und Buschenschankbetriebe öffnen. „Damit ist dieser wichtige Zuerwerb wieder möglich.“ Gleiches gilt für die über 2.500 UaB-Betriebe, die in Kürze aufsperren dürfen. Und auch die Direktvermarkter können aufatmen, weil die Bauernmärkte wieder geöffnet haben und auch die Hofläden wieder freier zugänglich sind – gerade noch rechtzeitig zum Start in die neue Saison.
Der Südtiroler Bauernbund bereitet sich ebenfalls für den Neustart vor: „Ab 18. Mai bieten wir wieder Beratungen in den Bezirksbüros und am Hauptsitz in Bozen an – aber nur mit einem vorgemerkten Termin, wobei die Vormerkungen nächste Woche starten“, erklärt Direktor Siegfried Rinner.

Damit die Lockerungen aufrecht bleiben bzw. Einschränkungen weiter schrittweise wegfallen können, appelliert der Südtiroler Bauernbund, die bekannten Hygienemaßnahmen genauestens zu befolgen, da das Virus nicht verschwunden ist. Das gelte nicht nur für den Alltag, sondern besonders für die Betreiber von Beherbergungsbetrieben, Schankbetrieben sowie Geschäften und Hofläden.

Zudem hofft der Südtiroler Bauernbund, dass die Erkenntnisse aus der Coronakrise – unter anderem, dass es eine funktionierende Nahversorgung auch in der Peripherie braucht und dass eine lokale Lebensmittelproduktion für die Versorgungssicherheit notwendig ist – bestehen bleiben.








stol

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