Wie hoch die mengenmäßigen Einbußen bei Äpfeln, Birnen, Kirschen und Co sind und was das für Produzenten und Konsumenten bedeutet? Im Artikel kommen verschiedenste Experten zu Wort.<BR /><BR /><BR /><BR />von Stefan Pfeifhofer<BR /><BR /><BR />Hunderte Tonnen von Marillen und Kirschen werden heuer weniger produziert, einige Marillen-Anbauer werden möglicherweise einen Total-Ausfall verzeichnen. Bei den Apfel-Bauern werden hingegen voraussichtlich qualitative Schäden auf bis zu 40 Prozent der Früchte zu verzeichnen sein. Weil der Frost auch in anderen Regionen große Schäden angerichtet hat, erwarten sich Verbandsdirektoren heuer hohe Preise beim Sommerobst wie Kirschen, Pfirsichen, Nektarinen oder Birnen.<BR /><BR />Wie der Direktor des Verbandes der Vinschgauer Produzenten (VIP), Martin Pinzger auf Anfrage mitteilt, liegen die mengenmäßigen Einbußen bei den Marillen im Vinschgau heuer bei 30 bis 50 Prozent. Somit werden schätzungsweise 200 Tonnen weniger Marillen produziert. <BR /><BR />Ähnlich dramatisch ist die Lage bei den Kirschen: Statt 500 Tonnen werden heuer im Vinschgau frostbedingt nur etwa 250 Tonnen geerntet werden können. Ein harter Schlag für die Anbauer. „Einige Marillen-Anbauer werden einen hundertprozentigen Ausfall haben“, befürchtet Pinzger. „Bei den Kirschen hingegen hoffe ich, dass es nicht zu Total-Ausfällen kommt.“ Mit einem blauen Auge davon gekommen seien hingegen die Apfel-Bauern: In den Apfelanlagen sind die Schäden – was die Produktionsmenge betrifft – nicht so ausgeprägt, berichtet Pinzger. Abzuwarten bleibe aber, wie hoch die qualitativen Schäden sein werden: Frostringe, Frostzungen und Verformungen entwerten den Apfel deutlich.<BR /><BR />Der Direktor des Hagelschutzkonsortiums in Terlan, Manfred Pechlaner, geht davon aus, dass es wegen des Frostes bei den betroffenen Apfel-Bauern zu qualitativen Schäden bei bis zu 40 Prozent der Ware gekommen ist. Damit könne der Apfel dann nicht mehr als erste oder zweite Ware verkauft werden, sondern müsse teilweise als Industrieware klassifiziert werden. „Kein Konsument will einen Apfel mit Rostflecken kaufen, obwohl der Geschmack nicht beeinträchtigt ist“, sagt Pechlaner. Die finanziellen Ausfälle bei den Apfel-Bauern dürften unterm Strich bei insgesamt mehreren Millionen Euro liegen. Der Preisverfall wird von der Versicherung zum Teil vergütet – es gebe aber einen Selbstbehalt.<BR /><BR />Auch der Direktor des Verbandes der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG), Walter Pardatscher, berichtet von Frostringen und Frostzungen bei den Äpfeln, die jetzt recht durchgängig zu beobachten seien. <BR /><BR />Laut SBB-Obmann Leo Tiefenthaler sind die Frostschäden besonders groß in den Randgebieten – zwischen den letzten Anlagen im Tal, wo noch die Frostberegnung zum Einsatz kommt und den Hügel- bzw. Hanglagen.<BR /><BR />In anderen Regionen Italiens hatte der Frost heuer für geradezu verheerende Schäden und Ausfälle gesorgt, so etwa im Veroneser Raum, in der Toskana, im Piemont und in der Emilia Romagna. Deshalb dürfte wegen der verminderten Produktion heuer das Sommerobst auch in Südtirol teurer werden: Davon gehen Pardatscher und Pinzger aus.