Ein Weinbauer beziffert seinen Frostschaden auf etwa 10.000 Euro – über 2000 Reben seien stark betroffen. Auch die Kirschen und Marillen im Vinschgau sind in Mitleidenschaft gezogen worden. <BR /><BR />Die Minusgrade in der Nacht von 24. auf 25. April haben bei Rebanlagen in Bozen, im Überetsch und Unterland beträchtliche Schäden angerichtet. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1025496_image" /></div> <BR /><BR />„Die Nacht von Mittwoch, 24. April, auf Donnerstag, 25. April, war die schlimmste heuer bezüglich der Frostschäden“, berichtet Landesmeteorologe Dieter Peterlin.<h3> Bei Goldmuskateller Einbußen von 70 Prozent</h3>Bei Weinbauer Andreas Berger vom Thurnhof in Bozen, Haslach, haben die tiefen Temperaturen den Sorten Goldmuskateller und Lagrein stark zugesetzt – in der Rebanlage in der Zone Grutzen. Die Anlage dort stehe schon seit 22 Jahren und es sei das erste Mal, dass es dort zu Frostschäden gekommen sei. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1025499_image" /></div> <BR /><BR />Schätzungsweise 2400 bis 2800 Reben sind besonders betroffen – von insgesamt 4000 Reben, berichtet Berger. „Schwarz geworden“ seien viele Triebe. Er geht davon aus, dass bei der Sorte Goldmuskateller nur mehr etwa 30 Prozent der Trauben geerntet werden können im Vergleich zu einem normalen Jahr. Bei der Sorte Lagrein rechnet er noch mit der Hälfte bis 2 Drittel der Ernte – im Vergleich zu einem Normaljahr. Ziehe man die durchschnittlichen Traubenpreise heran, so sei sein Gesamtschaden mit etwa 10.000 Euro zu beziffern. Ganz genau könne man es nicht sagen, denn manche Triebe könnten es noch schaffen und Trauben tragen, sagt Berger: „Das Schadbild ist vielfältig.“ Das Problem sei der frühe Austrieb heuer – 2 Wochen früher als in einem normalen Jahr. Die Frostberegnung, welche auf der Hälfte der Anlage zum Einsatz kam, habe diesmal nichts genützt. Der Frost im April habe auch bei Reben an Hanglagen in der Nähe des Bozner Krankenhauses Schäden angerichtet, ebenso in Eppan, Girlan und Kaltern. <h3> Hagelnetz kann bei Frost ein Nachteil sein</h3>Von Frostschäden im Unterland berichtet Leo Tiefenthaler – in den Senken, wo die Kaltluft liegen bleibe: Dort sieht es dramatisch aus, berichtet Tiefenthaler. Betroffen seien die Randgebiete – Übergangsgebiete zwischen Tal und leicht ansteigendem Hang. Wenn bereits ein Hagelnetz über den Reben aufgezogen wurde, dann könne dies ein Nachteil gewesen sein, denn wenn die Reben frei sind, dann komme es zu mehr Windbewegung. Unter dem Hagelnetz staue die kalte Luft hingegen. Auch wenn es nur einen halben Grad kälter sei, könne dies ausschlaggebend sein, erklärt Tiefenthaler.<h3> „Frost-Fleckenteppich“ in Kaltern</h3>In Kaltern hat es die Kühebenen – eine Problemzone – stark erwischt, berichtet Bauernbund-Ortsobmann Stefan Vorhauser. In anderen Kalterer Gegenden habe es etwa 30 Prozent Schäden gegeben. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1025502_image" /></div> <BR /><BR /> Die Frostschäden würden einem Fleckenteppich ähneln. Den einen Bauern erwischt es, den Nachbarn nicht. „Im Großen und Ganzen sind wir mit einem blauen Auge davongekommen“, meint Vorhauser. <BR /><BR />Karl Ambach, Weinbauer in Kaltern, hat ein Weingut in Tramin, in tiefer Lage: „Dort ist ein großer Schaden bei der Sorte Vernatsch entstanden“, berichtet er. Am 24. und 25. April habe es höchstens minus 2 Grad Kälte gehabt, aber das habe gereicht, um die Triebe zu zerstören. „Der Trieb erfriert und vertrocknet aufgrund der Kälte“, erklärt Ambach. „Es kommt kein Saft mehr nach – und er wird dann dunkelbraun.“ Nicht ausgeschlossen sei, dass es bei den betroffenen Reben auch nächstes Jahr keine Ernte geben werde. Eine Bauernregel habe sich wieder bewahrheitet: „Sind die Reben um Jörgl (23. April) noch blind (also nicht ausgetrieben), freuen sich Mann, Weib und Kind.“<BR /><BR />Frostschäden hat es auch im Eisacktal gegeben, berichtet SBB-Obmann Daniel Gasser. „Die Temperaturen am 24. und 25. April lagen bei uns bei minus 3 und minus 4 Grad.“ Auch Apfelanlagen waren betroffen wie etwa auf dem Hochplateau in Natz-Schabs. Aber erst in einem Monat könne man dies bewerten.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1025505_image" /></div> <BR /><BR />Auch im Vinschgau hat der Frost den Äpfeln zugesetzt: „Es scheint aber, dass wir mit einem blauen Auge davongekommen sind“, berichtet Vi.P-Direktor Martin Pinzger. In den kalten höchsten Lagen könne es Mengeneinbußen geben. Ob es bei den Äpfeln auch Qualitätseinbußen geben werde wie Berostungen, müsse man abwarten. „Kritischer“ sehe es bei den Kirschen und Marillen aus. Diese Kulturen seien in Höhenlagen positioniert, wo die Nächte kalt waren und die tiefsten Temperaturen herrschten. Mengeneinbußen von 20 Prozent und mehr müsse man in Kauf nehmen.