Dienstag, 13. April 2021

Frühjahr 2021: Dienstleister wieder zuversichtlicher

Die Dienstleistungsbetriebe in Südtirol blicken aus völlig unterschiedlichen Perspektiven auf die Ertragsaussichten im laufenden Jahr: Einige Branchen sind zuversichtlich, in vielen Bereichen machen sich die Unternehmer allerdings wenig Hoffnungen auf eine Besserung in Pandemiezeiten. Das zeigt die jüngste Ergebung des WIFO der Handelskammer Bozen.

Die Dienstleistungsbetriebe in Südtirol hoffen für die kommende Zeit auf Umsatzsteigerungen.
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Die Dienstleistungsbetriebe in Südtirol hoffen für die kommende Zeit auf Umsatzsteigerungen. - Foto: © shutterstock
Die Frühjahrsausgabe des Wirtschaftsbarometers des Instituts für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen (WIFO) zeigt die schwierige Situation des Transportsektors: Fast die Hälfte der Unternehmen hält die Rentabilität im Jahr 2020 für unbefriedigend. 40 Prozent blicken pessimistisch ins Jahr 2021. Im Dienstleistungssektor herrscht dagegen mehr Zuversicht, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Branchen.

Mehr als ein Fünftel der Südtiroler Unternehmen im Dienstleistungssektor schätzen ihre Ertragslage im Jahr 2020 negativ ein. Die Umsatzeinbußen durch die zweite Welle der Pandemie in den letzten Monaten des vergangenen Jahres hielten sich jedoch in Grenzen, in einer Größenordnung von etwa 10 Prozent. Dies schaffte etwas Optimismus und für die meisten Dienstleistungsbranchen geht man heuer von Umsatzsteigerungen aus.

85 Prozent der Dienstleister erwarten, das laufende Jahr mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis abzuschließen und etwa ein Viertel von ihnen möchte heuer wieder mehr investieren. Sorgen bereiten aber die Zahlungsmoral der Kunden und die Entwicklung der Kosten, wo die Unternehmen eine weitere Verschlechterung erwarten.

Betrachtet man jedoch die einzelnen Dienstleistungsbereiche, so ergibt sich ein recht heterogenes Bild. Besonders schwierig ist die Situation für das Verlagswesen und die persönlichen Dienstleistungen. Letztere waren wiederum von Schließungen betroffen, die zur Eindämmung der zweiten Pandemiewelle angeordnet wurden. Die Branche der Unternehmensdienstleistungen ist deutlich zuversichtlicher, wie auch der Finanzbereich: Die Banken erwarten zwar weiterhin niedrige Zinsen und eine Verschlechterung der Kundensolvibilität, berichten aber von einem deutlichen Anstieg der Einlagen und der Kreditvergabe sowie von einer günstigen Entwicklung der Betriebskosten, dank der Rationalisierungsmaßnahmen der letzten Jahre.

Wesentlich kritischer ist die Situation im Transportsektor, wo nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen das Jahr 2020 mit einem zufriedenstellenden Betriebsergebnis abschließen konnte. Bei 6 von 10 Unternehmen sind die Umsätze gesunken und die Unternehmer klagen über eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen, vor allem der Betriebskosten und der Wettbewerbssituation.



Die Lage bei den Aufstiegsanlagen ist besonders dramatisch, aufgrund des Ausfalls der Skisaison und auch im Personen- und Güterverkehr sind die Ertragserwartungen bescheiden: In beiden Branchen geht mehr als ein Viertel der Unternehmen davon aus, dass die Rentabilität im Jahr 2021 weiterhin unbefriedigend bleiben wird. Der Personenverkehr zeigt aber etwas Optimismus, was die Entwicklung von Umsatz und Investitionen anbelangt. Diese positiven Anzeichen sind hingegen im Frachtbereich nicht zu sehen, wo eine allgemeine Verschlechterung der Rahmenbedingungen wie Kostendynamik, Wettbewerbssituation, Zugang zu Krediten und Zahlungsmoral der Kunden erwartet wird.

Schließlich wirkt sich die anhaltende Krise negativ auf die Beschäftigung aus: 2020 war die durchschnittliche Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Transportsektor um 2,9 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Rückgang im Dienstleistungssektor fiel mit minus 1,7 Prozent geringer aus.

Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen, betont die Notwendigkeit, die Skigebiete zu unterstützen: „Nach der plötzlichen (dritten) Absage der Saisoneröffnung mit nur wenigen Stunden Vorlauf, müssen die Liftbetreiber für die Kosten und Investitionen entschädigt werden, die sie für den Betrieb der Skigebiete getätigt haben. In Zukunft soll in touristische Werbekampagnen stark investiert werden, um den Marktanteil, den die Südtiroler Skigebiete in den letzten Jahren hart erarbeitet haben, nicht zu verlieren.“

stol