Mehr über die Hintergründe des Deals und die Folgen für den Südtiroler Betrieb lesen Sie hier.<BR /><BR />Der Tesla-Zulieferer Aptiv mit Sitz in den USA gab gestern bekannt, dass er das Herzstück der Südtiroler Unternehmensgruppe Intercable erwerben wird. Kaufpreis: 595 Millionen Euro. Intercable-Chef Klaus Mutschlechner über die Hintergründe des Deals und die Folgen für den Brunecker Standort. <BR /><BR /><b>Herr Mutschlecher, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Millionendeal...</b><BR />Klaus Mutschlechner: Vielen Dank. Ich möchte aber schon dazusagen, dass der größte Erfolg nicht der Deal an sich ist, sondern die Tatsache, dass wir unsere Technologie in eine internationale Gruppe hineinbringen können, die es uns ermöglicht, über Jahre hinweg zukunftsfähig zu bleiben. <BR /><BR /><b>Ist denn kein bisschen Wehmut dabei, wenn man 85 Prozent des eigenen Unternehmens abgibt?</b><BR />Mutschlechner: Sicherlich, ja. Da will ich schon ehrlich zu Ihnen sein, 15 Prozent verbleiben immerhin in Familienhand, ebenso die kleineren Geschäftseinheiten Intercable Tools und Intercable Automotive C-Parts. Aber für die Zukunftsfähigkeit der Geschäftseinheit Intercable Automotive Solutions ist dies die beste Entscheidung. Auch möchte ich dazu sagen, dass nicht eines, sondern gleich mehrere Angebote von renommierten Playern aus der globalen Automobilbranche auf dem Tisch lagen, letztlich haben wir uns für die Partnerschaft mit Aptiv entschieden. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="809948_image" /></div> <BR /><BR /><b>Die Geschäftseinheit Automotive Solutions ist mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro und weltweit 1800 Mitarbeitern die mit Abstand größte innerhalb der Intercable-Gruppe. Gab es denn keine Alternative zum Verkauf?</b><BR />Mutschlechner: Auch darüber haben wir natürlich nachgedacht. Sogar ein Börsengang stand im Raum. Davon haben wir uns letztlich aber wieder verabschiedet, weil wir für einen solchen Schritt dann doch wieder zu klein sind. <BR /><BR /><b> Der neue Mehrheitseigner Aptiv ist an der Börse in New York quotiert, beschäftigt weltweit 190.000 Mitarbeiter und beliefert neben vielen anderen den E-Autopionier Tesla. Wie sehr können Sie von dieser Marktmacht profitieren?</b><BR />Mutschlechner: Enorm. Es werden sich viele neue Türen öffnen. Sie müssen sehen, mit welchem Tempo der E-Autobereich wächst, während der Markt mit Verbrennermotoren zurückgedrängt wird. Aktuell sind nur 8 Prozent der Autos in Europa elektrifiziert, bis 2030 dürften es 35 bis 40 Prozent sein. Mit unseren Hochspannungsschienen und Elementen, die dazu dienen, die Leistung zwischen den Batteriezellen und der Batterie bzw. der Ladedose zu verbinden, können wir Produkte liefern, auf die die E-Autobranche angewiesen ist. Zugleich nutzen wir das Netzwerk und die enge Verflechtung von Aptiv mit den führenden Herstellern weltweit. <BR /><BR /><embed id="dtext86-56014883_quote" /><BR /><BR /><b><BR />Welche Rolle wird Intercable Automotive Solutions innerhalb der Aptiv-Gruppe spielen?</b><BR />Mutschlechner: Intercable Automotive Solutions wird eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Der Standort in Bruneck wird zum internationalen Technologie-Headquarter der gesamten Aptiv-Gruppe. <BR /><BR /><b>Kann man das als fixe Zusage verstehen, dass der Standort in Bruneck mit seinen über 650 Mitarbeitern auch längerfristig erhalten bleibt?</b><BR />Mutschlechner: Kurz- bis mittelfristig auf jeden Fall. Durch den Deal wird auch der Standort Bruneck gestärkt. Was langfristig ist, weiß niemand. Aber das ist nicht nur in unserer Branche so. <BR /><BR /><b>Bleiben Sie Geschäftsführer von Intercable Automotive Solutions auch mit dem neuen Mehrheitseigner? </b><BR />Mutschlechner: Ja, da ändert sich nichts.