Gold, Silber, Kupfer, Kobalt und Tantal sind Rohstoffe, die in Zukunft immer nachgefragter werden. Der Weg zu Digitalisierung und Klimaneutralität muss mit diesen Metallen gepflastert werden. „In Europa haben wir im Gegensatz zu Nord- und Südamerika oder Australien aber kaum Vorkommen“, sagt Landesgeologe Volkmar Mair. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69152436_quote" /><BR /><BR />Für mehr Versorgungssicherheit und weniger Abhängigkeit hat die EU 2024 ein Maßnahmenpaket geschnürt. Rohstoffe sollen aus heimischen Lagerstätten gewonnen werden, die Suche läuft. So werden z.B. in Osttirol Untersuchungen durchgeführt (siehe Bericht oben), aber auch in Italien. „Es kann durchaus sein, dass man etwas entdeckt, das abbauwürdig ist. Das ist entsprechend mit Investitionen verbunden“, so Mair. Und es sei auch eine strategische Frage, Vorkommen jetzt abzubauen. „Was, wenn man sie später vielleicht als Notgroschen benötigen würde?“, fragt er. <BR /><BR /><embed id="dtext86-69152570_quote" /><BR /><BR />Für Südtirol schließt er ein solches Vorhaben aus. Hierzulande kommen zwar einige Buntmetalle vor, etwa Blei, Zink oder Kupfer. „Sie können aber sicher niemals gewinnbringend abgebaut werden“, sagt Mair. Dazu seien die Lagerstätten im Hochgebirge zu klein, die Geologie zu kompliziert, die rechtliche Lage zu schwierig, die Vorkommen zu gering. „Wo große Granite sind, haben wir seltene Erden wie Lithium nachgewiesen. Aber die Ressourcen sind limitiert.“ <h3> Immer wieder gab es Interesse am Abbau</h3>Auf internationaler Ebene spielen die Akteure heute sowieso in einer anderen Liga. Die Minen verfügen über riesige Stollensysteme. „Manche Kupferminen in den USA sind so groß wie das gesamte Sarntal“, vergleicht er. Armin Torggler, wissenschaftlicher Kurator im Landesmuseum Bergbau, kann dem nur zustimmen: „Wir haben viele Lagerstätten, die aber klein sind. Ein Abbau wäre wirtschaftlich nicht rentabel.“ <BR /><BR />Trotzdem hat es immer mal wieder Interesse gegeben. Anfang der 2000er-Jahre machten Techniker eines kanadischen Unternehmens eine Prospektion am Schneeberg. „Sie untersuchten die Gold- und Indium-Vorkommen. Aber die Erze, die sie fanden, waren zu gering. Es hätte keinen Sinn gemacht“, erklärt der Landesgeologe. <BR /><BR />Bergwerksmänner schürften in Prettau bis in die 1970er-Jahre nach Kupfer, das Bergwerk Schneeberg war bis 1985 offen, das Brantentaler Bergwerk bis 1996. Beim Schließen der Werke wurden Bohrungen durchgeführt. „Sie bestätigten, dass ein weiterer Abbau zu kostspielig gewesen wäre“, sagt Mair. Mittlerweile sind einige stillgelegte Bergwerke Museen, gar manche Grubenbahn fährt deshalb bis heute unter Tage.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1145328_image" /></div> <h3> Hintergrund:</h3>Alte Bergbaustätten