<BR />Egal ob im Obstbau, in der Milchwirtschaft oder in der Weinbranche: Das Genossenschaftsmodell hat Südtirols Landwirtschaft seit jeher geprägt und zum Erfolg geführt. Doch der Markt verändert sich.<BR /><BR />Der Lebensmitteleinzelhandel wird zunehmend von wenigen großen Ketten dominiert, Preisdruck und Konkurrenzkampf steigen, und auch Südtirols Erzeugergenossenschaften spüren die Auswirkungen. Vor diesem Hintergrund werden Überlegungen, Kräfte zu bündeln, immer lauter. <BR /><BR />Ein aktuelles Beispiel ist die mögliche Fusion von Mila-Bergmilch und Brimi ( <a href="https://www.stol.it/artikel/wirtschaft/moegliche-fusion-mila-und-brimi-pruefen-neue-wege" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">wir haben berichtet</a>). Könnten Zusammenschlüsse also künftig mehr werden?<h3> Chancen und Risiken von Fusionen</h3> Genossenschaften in größeren Einheiten zusammenzuführen, sei sinnvoll, findet auch Volkswirt Gottfried Tappeiner von der Universität Innsbruck. „So lassen sich die Kosten auf größere Mengen verteilen – das ermöglicht Skaleneffekte.“ <BR /><BR />Anders gesagt: Je mehr produziert wird, desto günstiger wird die Herstellung. Durch Zusammenführungen können Betriebe Kosten sparen, ihre Produktion effizienter gestalten und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken. Gleichzeitig gewinnen sie eine stärkere Verhandlungsmacht auf dem Markt.<BR /><BR />Zusammenschlüsse bergen jedoch auch Risiken. „Wenn zwei bestehende Unternehmenskulturen nicht gut zusammenwachsen, kann eine Fusion mehr Schaden als Nutzen bringen“, warnt Tappeiner. Deshalb sei es besonders wichtig, die Identifikation der Mitglieder mit dem Betrieb nicht zu vernachlässigen. Nur wenn die Mitarbeitenden und Mitglieder die Zusammenführung mittragen, können die Vorteile einer Fusion tatsächlich realisiert werden. <h3> Walcher: „Der Markt wird nicht leichter“</h3>Ob ähnliche Zusammenschlüsse auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen sinnvoll wären, lässt sich laut Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher nicht pauschal beantworten. „Es hängt immer davon ab, welchen Zweck die Genossenschaft verfolgt“, erklärt Walcher.<BR /><BR /> In Südtirol gebe es Genossenschaften, die sich auf lokale Tätigkeiten und Kreisläufe konzentrieren, während andere national oder international agieren. „Gerade bei Genossenschaften mit überregionalem Vertrieb sind Zusammenarbeit und Zusammenschlüsse sinnvoll, denn der Markt wird sicher nicht leichter. Auch in Südtirol hat man diese Einsicht gewonnen“, so Walcher.<BR /><BR /> „Sollte sich die Milchwirtschaft in diese Richtung entwickeln, wäre das sicherlich ein positiver Schritt, um ihre Position am Markt auszubauen.“