„Die beiden Verwaltungsräte arbeiten seit dem Frühjahr konkret darauf hin“, sagt Cofrum-Obmann Johannes Runggaldier auf Anfrage. „Das letzte Wort haben aber unsere Mitglieder bei den Vollversammlungen am 10. November.“ Lanafruit-Chef Manuel Santer ergänzt: „Wir hoffen, dass viele Mitglieder an den Abstimmungen teilnehmen und sich zu ihrem Wohle für die Fusion aussprechen.“<BR /><BR />Für den Zusammenschluss der beiden Genossenschaften Lanafruit und Cofrum sei eine Zweidrittelmehrheit nötig, betont Santer. Sollte die Fusion besiegelt werden, ist dann eine 90-tägige Warte- bzw. Rekursfrist vorgesehen. <BR /><BR />„Im Februar würde die Fusion rechtskräftig und im März könnten die Gremien neu bestellt werden“, erklärt Runggaldier. Die neue Obstgenossenschaft würde Pomus heißen, ein geläufiger Name in Südtirols größter Obstbaugemeinde Lana, wo es bis 2009 die Obstgenossenschaft Pomus gegeben hat, die bekanntlich mit der Lanafrucht/Ogol zur Lanafruit fusioniert ist. <h3> „Eine Fusion wäre die beste Lösung“</h3>Der neuen Pomus würden 857 Mitglieder mit 2359 Hektar Anbaufläche angehören, die pro Jahr rund 10.000 Waggons zu je 10 Tonnen Äpfeln produzieren. Somit wäre sie dann wohl die größte Obstgenossenschaft im Land. Nach Jahren engster Zusammenarbeit, zuerst im Pool Meran und nun im Pool Meran West, seien die Genossenschaften soweit zusammengewachsen, dass man mit Recht sagen könne, dass die Cofrum und die Lanafruit de facto schon ein einziger Betrieb seien, sind sich Runggaldier und Santer einig. <BR /><BR />Nun gehe es um die rechtliche Zusammenlegung der beiden Genossenschaften zu einer Einheit. Die beiden Verwaltungsräte haben laut der Obmänner verschiedene Formen der Zusammenarbeit geprüft, worüber die Mitglieder in mehreren Versammlungen informiert wurden. „Eine Fusion wäre die beste Lösung“, betont Manuel Santer. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es einfach wichtig, an einem Strang zu ziehen“, sagt Obmann Johannes Runggaldier. <BR /><BR />Sollte es zur Fusion kommen, könne man unter anderem die Anlieferwege optimieren, Betriebskosten senken, ein besseres Warenmanagement gewährleisten, gezielter investieren, die Flexibilität und die Qualität der Dienstleistungen verbessern sowie die Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Beide Betriebe verfügen derzeit über insgesamt rund 320 Vollzeitmitarbeiter und Saisonangestellte. „Sollten wir fusionieren, wird es keine Entlassungen geben“, sagt Runggaldier. „Unser Problem ist derzeit, dass wir zum Teil keine Fachkräfte finden“, bedauert Manuel Santer. <h3> Bei Fusion 9 Obstgenossenschaften unter einem Dach</h3>Wenn die Mitglieder Ja zur Fusion sagen, wären dann insgesamt 9 Obstgenossenschaften unter einem Dach vereint, weil die heutige Cofrum aus 6 zusammengeschlossenen Obstgenossenschaften besteht und die Lanafruit aus 3. Fix ist, dass die Verantwortungsträger im Falle einer Fusion an den 8 Anlieferungsstandorten in Marling, Lana, Tisens, Tscherms, Algund und Gargazon festhalten wollen. <BR /><BR />„Verarbeitungsstandorte hätten wir dann insgesamt 3, in Algund, Marling und Lana“, sagt Santer. „Diese würden wir reduzieren, auf 2 oder einen Standort.“ Klare Worte findet dazu auch Obmann Runggaldier: „Wir könnten es uns in Zukunft auch nicht leisten, das Tafelobst an 3 Standorten zu sortieren und zu verpacken, dafür sind die Kosten zu hoch.“<BR /><BR />In Sachen künftige Investitionen kursieren Gerüchte: „Wir haben Ideen, konkret wird sich damit aber erst der neue Verwaltungsrat befassen, sollte es eine Zweidrittelmehrheit für die Fusion geben“, sagt Santer. „Bei den Vollversammlungen am 10. November wird es nur darum gehen, die Grundlage zu schaffen, ob wir als eine Genossenschaft in die Zukunft gehen wollen. Das Investitionsprogramm würde erst in einem zweiten Moment konkret ausgearbeitet“, sagt Cofrum-Chef Runggaldier.<BR />