Sonntag, 12. April 2015

Fusionsgespräche zwischen Italiens Volksbanken

Die von Italiens Regierung verabschiedete Reform der italienischen Volksbanken bringt eine neue Fusionswelle im stark zersplitterten italienischen Kreditsektor ins Rollen.

Logo der "Banco Popolare". Foto: /www.bancopopolare.it/
Logo der "Banco Popolare". Foto: /www.bancopopolare.it/

Der Chef des börsennotierten Geldhauses „Banco Popolare“, Carlo Fratta Pasini, zeigte sich laut Medienberichten für Gespräche mit anderen Genossenschaften offen, um ein großes Geldhaus zu gründen. „Die Zeit ist dafür reif“, sagte der Manager.

Auch in der norditalienischen Region Veneto kommt die Fusionswelle in Bewegung. Hier wollen die beiden angeschlagenen Volksbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca zusammengehen. In den neuen Strategieplänen seien bereits Integrationsansätze vorgesehen, heißt es bei den Banken. Vor der Fusion müssen aber beide Volksbanken noch in Aktiengesellschaften umgewandelt werden. Dafür haben beide Institute 18 Monate Zeit.

Millionen-Verluste

Banca Popolare di Vicenza hat 2014 einen Verlust von 759 Mio. Euro geschrieben, nachdem 370 Mio. Euro für Rückstellungen für Problemkredite gebildet wurden. Veneto Banca hat bei einem Verlust von 650 Mio. Euro im Vorjahr Wertberichtigungen und Rückstellungen im Wert von 746 Mio. Euro getätigt.

Auch der Chef der Banca Popolare di Milano (BPM), Giuseppe Castagna, kündigte an, sein Institut werde sich nach einem möglichen Partner umschauen. Noch habe man jedoch keine Kontakte geknüpft.

Durch Reform Fusionen vorantreiben

Ziel der Volksbanken-Reform der italienischen Regierung ist es, Fusionen der größten Volksbanken zu börsennotierten Instituten voranzutreiben. Bei den zehn größeren Volksbanken wird künftig nicht mehr wie bisher jeder Aktionär unabhängig von der Zahl seiner Aktien ein Stimmrecht haben. Statt der alten Volksbanken-Regel „Ein Kopf, eine Stimme“ werden auch hier in Zukunft die Aktionäre gemäß ihren Anteilen abstimmen können.

Bisher hatte jeder Aktionär eine Stimme, unabhängig davon, wie viel Kapital er in der Volksbank hatte. Diese Regelung behindert Zusammenschlüsse, da sie lokalen Kleinanlegern auf Kosten von institutionellen Investoren überproportionalen Einfluss garantiert. Die zehn größeren Volksbanken des Landes mit einer Kapitalisierung von über 8 Mrd. Euro sollen in den kommenden 18 Monaten in Aktiengesellschaften umgewandelt werden.

apa

stol