Mittwoch, 20. Mai 2015

G-7-Wirtschaft warnt vor nationalen Alleingängen

Die wichtigsten Wirtschaftsverbände der sieben führenden Industriestaaten warnen angesichts wachsender Unsicherheiten vor nationalen Alleingängen in zentralen Fragen wie der Klima- und der Handelspolitik.

Foto: © shutterstock

„Auf diese globalen Herausforderungen müssen wir globale Antworten finden“, sagte am Mittwoch der Präsident des deutschen Industrieverbandes BDI, Ulrich Grillo, nach einem Treffen mit den Spitzen von Partnerverbänden aus den anderen G7-Ländern. „Wir müssen uns einheitlich globale Ziele setzen.“ Nationale Sonderwege störten dagegen einen fairen Wettbewerb.

Die als „B7“ firmierenden Wirtschaftsvertreter übergaben der deutschen Kanzlerin Angela Merkel einen Empfehlungskatalog für den am 7. und 8. Juni im bayerischen Schloss Elmau bevorstehenden G-7-Gipfel. Merkel äußerte sich erfreut, dass die Wirtschaft die OECD-Leitsätze für verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen weltweit einhalten wolle. „Das ist ein Thema, das uns sehr beschäftigt ... und es ist gut, dass sich die B7 dazu bekennt“, sagte sie. Sehr positiv sei auch, dass die Wirtschaft dem Vorschlag eines freiwilligen „Vision Zero Fonds“ – das ist eine Art Versicherungsfonds zur Absicherung gegen Arbeitsunfälle vor allem in wenig entwickelten Ländern – offen gegenüberstehe.

In dem Katalog mahnen die B7 Strukturreformen, eine solide Haushaltspolitik und eine „realistische Investitions- und Wachstumsstrategie“ an. Investitionshindernisse müssten abgebaut, vereinbarte Handelserleichterungen und geplante Freihandelsabkommen umgesetzt werden. Auch solle die G-7 überprüfbare Beiträge zu einem Klimaschutzabkommen leisten – ohne dass allerdings konkrete Zielwerte genannt wurden.

Der G-7 gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich und Italien an.

apa/reuters

stol