Sonntag, 18. März 2018

G20-Treffen: Darüber wird diskutiert

Beim diesjährigen G20-Treffen, das am Montag in Buenos Aires beginnt, steht ein großer Themenkomplex auf der Agenda. Die Finanzminister und Notenbankchefs beraten u. a. über Bitcoin und Venezuela.

Am Montag beginnt das G20-Treffen in Buenos Aires
Am Montag beginnt das G20-Treffen in Buenos Aires - Foto: © APA/AFP

Strengere Steuerregeln für die von Rekord zu Rekord eilenden Konzerne wie Google sind ein Thema beim G20-Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs in Buenos Aires. Am Rio de la Plata könnte sich aber auch die Zukunft von Online-Zahlungsmitteln wie Bitcoin entscheiden.

Ein Überblick über wichtige Gesprächsthemen – von denen nicht alle auf der offiziellen Tagesordnung stehen.

KRYPTOWÄHRUNGEN: Viele Regierungen wehren sich gegen den Begriff Währung für die Online-Zahlungsmittel wie Bitcoin. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, will eine Regulierung. Bitcoin werden in komplizierten Rechen-Prozessen erzeugt und kommen bei Zahlungen im Internet zum Einsatz. Aber das kann auch für Geldwäsche und Terrorfinanzierung genutzt werden – Bitcoin können auch mit Dollar und Euro gekauft werden.

GOOGLES GEWINNE: Internetkonzerne wie Google oder Facebook verdienen weltweit Milliarden – zahlen aber in vielen Ländern kaum Steuern, da sie dort keine Firmensitze haben. Die EU-Kommission schlägt nun drei Prozent Umsatzsteuer für große Internetkonzerne in Europa vor. So könnten die Staaten in Europa etwa fünf Milliarden Euro zusätzlich einnehmen. Aber schon in der EU dürfte das auf Widerstand stoßen – und auf der G20-Ebene ist ein gemeinsames Besteuerungsvorgehen kaum realistisch.

TRUMPS ZÖLLE: US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 25 Prozent auf Stahl und 10 Prozent auf Aluminium zum Schutz der US-Industrie verhängt. Die EU-Kommission droht nun mit Abgaben auf US-Waren wie Whisky oder Motorräder. Auch China erwägt Vergeltungsmaßnahmen. Im Prinzip steht es 19 gegen 1 auf der G20-Ebene – aber der eine könnte eine Spirale der Abschottung und Zollschranken auslösen – mit fatalen Folgen: Produkte würden teurer, Arbeitsplätze könnten in großer Zahl weltweit gefährdet werden.

VENEZUELA: Abseits der offiziellen Runden soll auch die Lage in dem vom Sozialisten Nicolás Maduro mit harter Hand regierten Land mit den größten Ölreserven diskutiert werden. Es droht die Staatspleite. Die Währung Bolivar leidet unter Hyperinflation und ist nichts mehr wert. Maduro setzt in seiner Not auf eine eigene Digitalwährung namens Petro, abgesichert mit den Ölreserven. Eine Zusammenarbeit mit dem IWF lehnt er ab. Eine Pleite könnte die Region destabilisieren.

apa/dpa

stol