Freitag, 29. Januar 2021

Gastwirte wollen nun „klare Aussagen“

Die Gastwirte haben das Gefühl, „dass sie allein die Last der nach wie vor hohen Infektionszahlen tragen müssen. Viele sind einfach verzweifelt“, sagt HGV-Präsident Manfred Pinzger. Landesrat Arnold Schuler kündigt derweil ein Unterstützungspaket an.

Schwierige Zeiten für Gastwirte: Ihre Vertreter fordern Klarheit darüber, mit welchen Entschädigungen die Branche rechnen kann.
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Schwierige Zeiten für Gastwirte: Ihre Vertreter fordern Klarheit darüber, mit welchen Entschädigungen die Branche rechnen kann. - Foto: © APA/afp / CHRISTOF STACHE
Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) lud seine Ortsobleute heute zu einem Online-Meeting mit Präsident Manfred Pinzger, Tourismuslandesrat Arnold Schuler und dem Landtagsabgeordneten Helmut Tauber. Dabei ging es um die dramatische Situation im Tourismus und um konkrete Maßnahmen, die zur Stützung der Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe nun erforderlich sind.

HGV-Präsident Manfred Pinzger hat dabei erneut darauf hingewiesen, dass die wiederholte Schließung der Bars und Restaurants aus epidemiologischer Sicht nicht nachvollziehbar sei. „Die Mitglieder haben das Gefühl, dass sie allein die Last der nach wie vor hohen Infektionszahlen tragen müssen. Viele sind einfach verzweifelt“, brachte Pinzger die Stimmung auf den Punkt. Er fordert deshalb die Politik auf, möglichst schnell eine klare Aussage zu treffen.

„Wir brauchen Klarheit bezüglich Verlustbeiträgen seitens des Landes und Hilfsmaßnahmen für Beschäftigte im Tourismus, damit diese dem Sektor nicht verloren gehen, und einen konkreten Plan für Betriebe, welche die im März fälligen Kreditraten nicht bezahlen können. Zudem muss die Gemeindeimmobiliensteuer 2021 zur Gänze ausgesetzt werden“, wird der HGV-Präsident in einer Aussendung zitiert.

Südtirol verliert erstmals eine ganze Wintersaison

Südtirol verliert erstmals seit Beginn des Tourismus eine Wintersaison – mit dramatischen Folgen für Betriebe, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie hunderte von Unternehmen, die mit dem Wintertourismus arbeiten und von diesem leben. „Dies wird bereits vielfach vergessen. Deshalb braucht es dringend Klarheit, wie der Sektor und die darin tätigen Betriebe gestützt werden“, forderte Pinzger.

Landesrat Arnold Schuler ging auf die Beweggründe rund um die erneute Schließung der Gastronomie ein und unterstrich, dass diese vor allem auf politischer Ebene lagen. Er fordert deshalb, dass solchen Entscheidungen der Rat der Covid-19-Expertenkommission der Landesregierung zugrunde gelegt werden muss.

Zudem kündigte er an, dass bereits in Kürze ein erstes Konzept für Unterstützungsmaßnamen für pandemiegeschädigte Betriebe vorliegen wird.

Landtagsabgeordneter Helmut Tauber forderte zeitnahe Hilfen für die Tourismusbetriebe, „sonst riskieren wir, dass sogar betriebswirtschaftlich gesunde Betriebe den Bach runter gehen und unsere Mitarbeiter noch mehr als bisher schon anderswo eine Arbeitsstelle annehmen“. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden.

Am Online-Meeting haben alle 114 HGV-Ortsobleute teilgenommen und dabei auch von den Realitäten und Stimmungen vor Ort berichtet. Brigitte Zelger, HGV-Obfrau in Deutschnofen, meinte, man müsse nun den Tourismustreibenden klar aufzuzeigen, mit welchen Hilfen sie definitiv rechnen können. „Nun geht es auch darum, die Gastwirtinnen und Gastwirte zu beruhigen“, sagte Zelger.

stol