Mineralische Rohstoffe wie Sand, Kies, Schotter und Stein sind die Basis zum Bauen. Wie wichtig sie sind, verdeutlicht das Südtiroler Baukollegium: „Insgesamt sprechen wir von einem jährlichen Bedarf von rund sechs Millionen Tonnen, die Südtirol für Hinterfüllungen, Dämme, Betone, Asphalte usw. benötigt“, erklärt Präsident Christian Egartner. <BR /><BR />Das Problem jedoch: Nur 35 Prozent des jährlichen Bedarfs werden aus heimischen Gruben und Steinbrüchen gewonnen. In Südtirol sind es etwa 107 Standorte (Stand 2023). Die restlichen 65 Prozent werden durch die Wiederverwendung von Aushubmaterial, Bauschutt und Import gedeckt. <BR /><BR />„Wenn wir mit den heute ausgewiesenen Gruben und Steinbrüchen arbeiten müssen, ist in 2,5 Jahren das aktuell genehmigte Material aufgebraucht. Die Wirtschaft hat aktuell keine Planungssicherheit. Das kann weitreichende, spürbare Folgen haben“, sagt Christian Grünfelder, Präsidiumsmitglied im Baukollegium. <BR /><BR />Als mögliche Konsequenzen nennt die Bauwirtschaft steigende Baukosten, eine Verteuerung des Wohnbaus sowie Verzögerungen bei Investitionen.<h3>Regelmäßiges Monitoring gefordert</h3>Aus Sicht des Baukollegiums besteht daher politischer Handlungsbedarf. Bei der Ausweisung neuer Gruben und Steinbrüche müssten neben ökologischen Aspekten auch die wirtschaftliche und soziale Dimension der Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden.<BR /><BR />Zudem schlägt das Baukollegium eine regelmäßige Erhebung der Materialströme sowie des Bedarfs an mineralischen Rohstoffen vor. Ebenso wird eine geologische Kartierung Südtirols angeregt. „Dadurch kann sich die Bevölkerung über die Vorkommen von Sand, Schotter und Steinen informieren. Damit hoffen wir auch, dass die Planung zukünftiger Gruben und Steinbrüche klarer, einfacher und transparenter wird“, erklärt Geschäftsleiter Thomas Hasler.