Vor allem Blattflöhe übertragen das Bakterium von Frucht zu Frucht, wo der Erreger die Orangen zu bitter für die Saftproduktion macht und anschließend den gesamten Baum lahmlegt. Gelbe Zweige und asymmetrische Flecken in unterschiedlichen Grün- und Gelbtönen auf den Blättern sind ein Zeichen, dass das Bakterium die Pflanze befallen hat. Hitze und Trockenheit, wie sie der Klimawandel nachweislich intensiviert, schwächen die Orangenpflanzen.<BR /><BR />Das Konsortium zum Schutz der sizilianischen Blutorange Igp drängt auf eine verstärkte Kontrolle ausländischer Importe und eine Verschärfung der sanitären Maßnahmen zum Schutz der Zitruskulturen. Die sizilianischen Zitrusfrüchte-Produzenten, die bereits mit den negativen Folgen der schweren Dürre im vergangenen Jahr konfrontiert sind, schlagen Alarm. <BR /><BR />Der „Gelbe Drachen“ habe sich zwar in Italien im Gegensatz zu anderen Ländern noch nicht ausgebreitet, doch müsse man jetzt schon streng kontrollieren - vor allem auch bei Einfuhren aus Staaten, in denen die Krankheit bereits präsent sei, warnen die Orangenproduzenten. <BR /> Die Zitrusproduktion ist ein wichtiger Bestandteil der italienischen Landwirtschaft. Nach Angaben des Wirtschaftsinstituts ISMEA werden 86.000 Hektar Land mit Orangen und Zitrusfrüchten beackert. 1,6 Millionen Tonnen Orangen werden jährlich hergestellt. <h3> Kein Heilmittel</h3>„Leider gibt es immer noch keine Heilmittel oder resistente Sorten den ´Gelben Drachen´. Die einzige wirksame Strategie ist die Vorbeugung, mit genauer Überwachung, Quarantänemaßnahmen und Technologien zur Früherkennung“, erklärt Matteo Beccatelli, Gründer von „Plantvoice“, einem Anbieter von agronomischen Pflanzenschutzsystemen gegenüber der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“. Die gefürchtete Zitruskrankheit breite sich weltweit aus und rücke Italien immer näher, denn sie habe bereits Plantagen in Ägypten und auf der portugiesischen Insel Madeira befallen, warnen Experten. Geschätzt wird, dass weltweit fast 100 Millionen Bäume dem „Gelben Drachen“ zum Opfer gefallen sind. <BR /><BR />Die sizilianischen Orangenbauern befürchten dramatische Zustände, wie jene, mit denen die Olivenöl-Produzenten in Süditalien seit Jahren konfrontiert sind. Hier tobt das Bakterium „Xylella fastidiosa fastidiosa“, das die Olivenbäume im Salento, der Südspitze des italienischen Stiefelabsatzes ausdörrt. Übertragen wird das sogenannte Feuerbakterium durch ein Insekt namens Wiesenschaumzikade.