Mittwoch, 29. Mai 2019

Generalstreik gegen argentinische Wirtschaftspolitik

Rezession und Inflation im südamerikanischen Land bewegen die Bürger zum Streik. Wenige Moante vor den Wahlen wird der Streik aber auch politisch gedeutet. Staatschef Maurico Macri stellt sich zur Wiederwahl, die Gewerkschafter unterstützen allerdings die Opposition.

Der argentinische Gewerkschaftsbund CGT rief am Mittwoch erneut zum Streik gegen die Wirtschaftspolitik des konservativen Präsidenten Mauricio Macri auf. - Foto:AP
Der argentinische Gewerkschaftsbund CGT rief am Mittwoch erneut zum Streik gegen die Wirtschaftspolitik des konservativen Präsidenten Mauricio Macri auf. - Foto:AP

Ein 24 Stunden langer Generalstreik hat Argentinien weitgehend lahmgelegt. Mit dem Ausstand hat der Gewerkschaftsbund CGT am Mittwoch erneut gegen die Wirtschaftspolitik des konservativen Präsidenten Mauricio Macri protestiert. Ihr lasten die Gewerkschafter eine hohe Inflation, eine fallende Industrieproduktion, den Anstieg der Kosten öffentlicher Dienstleistungen sowie die hohe Arbeitslosigkeit an.

Streikposten blockierten für einige Stunden mehrere der wichtigsten Zufahrtsstraßen der Hauptstadt Buenos Aires. Die öffentlichen Transportmittel standen still. Die staatliche Luftfahrtgesellschaft Aerolíneas Argentinas strich 330 Flüge. In der Landwirtschaft machte sich der Streik weniger stark bemerkbar.

Argentinien befindet sich in einer heftigen Rezession, mit 9,1 Prozent Arbeitslosigkeit und 56 Prozent Inflation. „Wenn die Regierung nicht sofort Maßnahmen einleitet, wird die Wirtschaftskrise nur schlimmer werden“, sagte CGT-Generalsekretär Rodolfo Daer einem örtlichen Radiosender. Es war bereits der fünfte Generalstreik seit der Amtsübernahme Macris im Jahr 2015. Nach Schätzung der Regierung gingen mit dem Streik 40,5 Milliarden Peso (800 Mio. Euro) verloren.

Die argentinische Regierung hofft auf Deviseneinnahmen dank einer guten Soja- und Getreideernte. „Wir sind überzeugt, dass wir uns auf dem Weg eines wirklichen Fortschritts befinden“, twitterte Macri am Dienstag. Der Staatschef stellt sich Ende Oktober zur Wiederwahl.

Sicherheitsministerin Patricia Bullrich bezeichnete den Ausstand als „undemokratisch“. Der Streik sei von den Gewerkschaftern ausgerufen worden, weil sie nicht die Politik der Regierung teilten. Mehrere Gewerkschaftsführer unterstützen die Kandidatur des ehemaligen Kabinettschefs Alberto Fernández, mit Ex-Staatschefin Cristina Fernández als Bewerberin für das Vizepräsidenten-Amt.

dpa

stol