Mittwoch, 18. Oktober 2017

George Soros überlässt Großteil seines Vermögens Stiftung

Der US-Milliardär George Soros hat einen Großteil seines Vermögens seiner Stiftung für Demokratie, Menschenrechte und Pressefreiheit überlassen: 18 Mrd. Dollar (15,3 Mrd. Euro) erhielt die „Open Society Foundation” (OSF), wie eine Sprecherin der Stiftung gegenüber Medien sagte. „Diese Summe ist Ausdruck eines laufenden Prozesses der Übertragung von Kapital”, fügte sie hinzu.

Foto: APA (AFP)
Foto: APA (AFP)

Der 87-jährige Soros wolle „den Großteil seines Vermögens” der Stiftung übergeben. Die Spende macht aus der „Open Society Foundation” die zweitreichste Nichtregierungsorganisation der USA nach der Stiftung von Bill und Melinda Gates, die über 40 Mrd. Dollar für Entwicklungshilfe und Gesundheit weltweit verfügen soll. Die OSF besteht aus einem Netz aus 39 Organisationen. Soros ist Stiftungspräsident, zwei seiner Söhne sitzen im Verwaltungsrat.

Laut einem Bericht der Wirtschaftsagentur Bloomberg ist Steuervermeidung der Hauptgrund, warum der US-Milliardär das viele Geld übertragen hat. Demnach stehen bei US-Hedgefonds-Managern bis Jahresende Steuernachzahlungen an. Fondsmanager haben lnoch bis Jahresende Zeit, Steuern für Provisionseinnahmen zu zahlen, die sie von Investoren in Offshore-Fonds erhalten haben. Diese Steuerlast sei ihnen bis Jahresende gestundet worden.

Viele dieser Hedgefondsmanager würden jetzt wohltätige Organisationen unterstützen - inklusive ihrer eigenen Stiftungen, um die auf sie zukommende Steuerlast zu reduzieren, heißt es im Bericht. So hat auch Soros laut einem Sprecher der Stiftung im Laufe der letzten Jahre fast 18 Mrd. US-Dollar an seine Open Society Foundation transferiert.

US-Steuerexperten schätzen, dass die Hedgefondsmanager insgesamt mindestens 100 Mrd. Dollar offshore liegen haben. Vermögensverwalter wie Soros würden einer Einkommensteuer von 39,6 Prozent unterliegen, plus weiteren staatlichen und kommunalen Abgaben. Als der Kongress die Steuererleichterung im Jahr 2008 beseitigte, gab er den Fondsmanagern bis 31. Dezember 2017 Zeit, ihr Geld wieder nach Hause zu bringen und zu versteuern.

Per Ende 2013 hatte Soros in seinem Soros Fund Management 13,3 Mrd. US-Dollar durch steuerschonende Verschiebungen angesammelt, geht Bloomberg zufolge aus den Daten irischer Behörden hervor. Es sei unklar, wie stark der Geldtopf seither noch angewachsen sei.

Bis 2011 erbrachte Soros' Quantum Fonds im Durchschnitt jährliche Erträge von 20 Prozent. Danach zahlte er die Investoren aus und baute seine Firma in ein Family-Office um, dass ausschließlich für ihn, seine Familienmitglieder und die Open Society Foundation investiert.

Die Soros-Stiftung kam wie berichtet dieses Jahr in Ungarn als Eigentümerin der Central European University (CEU) in Budapest in die Schlagzeilen. Der ungarische Regierungschef Victor Orban will sie per Gesetz schließen lassen. Er wirft dem aus Ungarn stammenden Soros vor, über von ihm unterstützte zivile Hilfsorganisationen die massenhafte Migration nach Europa zu „organisieren”.

apa/ag./dpa

stol