Gerade Vollzeitbeschäftigte sehnen sich nach Entlastung. In dieser Gruppe geben 36 Prozent an, weniger arbeiten zu wollen. 61 Prozent sind mit ihrem aktuellen Arbeitspensum zufrieden, lediglich drei Prozent würden ihre Arbeitszeit gerne erhöhen.<BR /><BR />„Der Wunsch nach einer kürzeren Arbeitswoche ist also deutlich wahrnehmbar“, erklärt Afi-Direktor Stefan Perini. Gleichzeitig warnt er vor einem Zielkonflikt: „In Zeiten von Fachkräftemangel und demografischem Winter wird sich die Kluft zwischen individuellen Wünschen und arbeitsmarktpolitischer Realität weiter vergrößern.“<BR /><BR />Während Vollzeitbeschäftigte tendenziell ihre Arbeitszeit reduzieren möchten, zeigt sich der Großteil der Teilzeitarbeitenden mit dem Arbeitspensum zufrieden (84 Prozent). <BR /><BR />Doch gerade bei den geringfügig Beschäftigten mit weniger als 25 Wochenstunden wären 39 Prozent bereit, ihre Arbeitszeit aufzustocken. Dieser Umstand deutet laut Afi auf das Vorhandensein von unfreiwilliger Teilzeitarbeit hin und macht ein bislang nicht ausgeschöpftes Arbeitskräftepotenzial sichtbar.<h3> Fixe Arbeitszeitmuster dominieren weiterhin</h3>In Südtirol dominieren nach wie vor starre Arbeitszeitmodelle. In 38 Prozent der Fälle wird die Arbeitszeit vom Arbeitgeber fix vorgegeben. Weitere 24 Prozent der Beschäftigten können zwischen mehreren festgelegten Zeitmodellen wählen.<BR /><BR />Eine Kombination aus Gleit- und Kernzeit nutzen 30 Prozent der Befragten. Nur acht Prozent verfügen über eine vollständig individuell gestaltbare Arbeitszeit.<BR /><BR />Die starke Präsenz rigider Arbeitszeitmodelle ist für Afi-Präsident Stefano Mellarini überraschend: „In den vergangenen fünf Jahren haben kaum jene Flexibilisierungsschritte stattgefunden, die sich nachweislich positiv auf die Work-Life-Balance der Arbeitnehmer auswirken würden.“