Der Großhandel gehöre zu den Sektoren, die am meisten unter der Wirtschaftskrise gelitten haben. Die Nachfrage auf dem italienischen Markt war in den letzten Jahren sehr schwach, so das WIFO. Zu spüren bekamen dies vor allem jene Unternehmen, welche die Brückenfunktion zwischen Italien und dem deutschsprachigen Wirtschaftsraum ausüben. Dies werde von den Außenhandelsdaten bestätigt. Im Jahr 2013 sind die Südtiroler Importe aus Deutschland und Österreich um 4,5 Prozent zurückgegangen, 2014 um weitere 0,9 Prozent. Die anziehende Konjunktur in der Europäischen Union und der sich abzeichnende Aufschwung der italienischen Wirtschaft spiegeln sich noch nicht in den Erwartungen des Großhandels wider.Nur 61 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, im laufenden Jahr gute oder befriedigende Erträge erwirtschaften zu können. Im Jahr 2014 waren es noch 63 Prozent. Die Stimmung im Sektor liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Südtiroler Wirtschaft (78 Prozent). Der Umsatz dürfte heuer laut Einschätzungen der Großhändler zwar etwas zulegen, allerdings bereiten die Kostensituation und die Zahlungsmoral der Kunden Sorgen.Die Investitionsneigung bleibt weiterhin gering, die Unternehmer/innen gehen aber von einem steigenden Beschäftigungsstand aus. Handelskammerpräsident Michl Ebner betont die wichtige Rolle der Europäischen Union: „Ein gut funktionierender EU-Binnenmarkt, der auch die besonderen Bedürfnisse von KMUs berücksichtigt, ist Voraussetzung für eine nachhaltig positive Entwicklung des Handels und der Wirtschaft im Allgemeinen.“ stol